Kasseler Street Racing Group weist Vorwürfe zurück

Mit durchdrehenden Reifen: Zoff um illegale Straßenrennen

Mitglieder der Street Racing Group: Jennifer Wiegand, Ann-Katrin Rauschert und Christian Andreas (von links). Sein Nummernschild hatte Andreas für das Foto lieber abgenommen. Foto: Ludwig

Kassel. Wegen nächtlicher Straßenrennen sind Anwohner der Heiligenröder Straße in Bettenhausen verärgert.

Sie beklagten sich im Ortsbeirat über den Lärm durch aufheulende Motoren und quietschende Reifen. Die Street Racing Group, eine Gruppe von Auto- und Tuning-Begeisterten aus der Region, fühlt sich nun zu Unrecht beschuldigt. Denn ihre Mitglieder träfen sich zwar oft abends auf dem Tankstellengelände an der Heiligenröder Straße. Mit den Rennen hätten sie aber nichts zu tun, sagt Christian Andreas, Gründer der Gruppe.

Im HNA-Gespräch macht sich der Audi-Fahrer Luft. Er räumt zwar ein, dass der Name Street Racing Group (zu deutsch: Straßenrennen-Gruppe) illegale Aktivitäten impliziere, das stimme aber nicht. Die 40 bis 50 Mitglieder würden sich auf dem Parkplatz der Tankstelle lediglich treffen, um sich auszutauschen.

Polizei kontrolliert Autos

„Wir stehen da nur, dann kommen andere mit ihren aufgemotzten Autos und machen einen Heißen. Sie lassen die Reifen durchdrehen und drehen ihre Anlagen auf. Am Ende sind wir es immer gewesen“, sagt der 25-Jährige. Es gebe zwar illegale Straßenrennen in Kassel, aber mit denen hätten seine Mitglieder – auf deren Auto der Aufkleber „Street Racing Group“ prangt – nichts zu tun.

Dennoch würden sie häufig von der Polizei angehalten. Und nun sei auch noch der Tankstellenbetreiber vom Ortsbeirat aufgefordert worden, sein Gelände nachts abzusperren.

Bettenhausens Ortsvorsteher Enrico Schäfer (SPD) will sich um die Anwohnerklagen kümmern. Es werde aber keine spezielle Gruppe beschuldigt. Den genauen Verursacher auszumachen sei in der Dunkelheit ohnehin schwer. „Mir geht es nur darum, dass das Problem beseitigt wird“, sagt Schäfer. Eine Möglichkeit sei es eben, die Durchfahrt auf den Tankstellenparkplatz nachts zu sperren. Er will aber der Street Racing Group gerne ein Gespräch anbieten.

Nach Angaben von Polizeisprecher Torsten Werner ist die Street Racing Group den Beamten vor Ort zwar bekannt, aber deren Mitglieder seien zuletzt nicht negativ aufgefallen. „Natürlich werden deren getunte Autos von uns überprüft und hin und wieder wird auch etwas beanstandet“, sagt Werner. Solche Kontrollen müssten sich Fahrer solcher Fahrzeuge eben häufiger gefallen lassen, als der klassische Golf-Fahrer.

Auf die Frage, ob er nicht doch auch mal etwas schneller fahre, antwortet Christian Andreas: „Es gibt ja Autobahnen ohne Tempolimit.“ Eine Sache habe er aus dem Ärger gelernt. Er wolle nun genauer hinschauen, wer in der Gruppe mitmachen dürfe. Im Frühjahr habe er bei Facebook zu einer Fahrt zum Edersee aufgerufen, die mit 213 Autos aus dem Ruder gelaufen sei. „Das konnte man nicht mehr steuern, wie es verläuft.“

Von Bastian Ludwig

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.