Organisierte Szene

Weihnachtszeit: Mehr Bettler in der Stadt

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Die Kasseler Innenstadt ist zunehmend Ziel von organisierten Bettlergruppen.

Kassel. Die Weihnachtszeit lockt vermehrt organisierte Bettlergruppen in die Kasseler Innenstadt. Dabei handelt es sich überwiegend um Männer und Frauen aus Südosteuropa. Während sich ein Großteil der Bettler friedlich verhält, gibt es vereinzelt Berichte über besonders aggressives Vorgehen.

Allerdings nehme das organisierte Betteln momentan spürbar zu. Offenbar wollten die Bettler gezielt die Vorweihnachtszeit ausnutzen. Offizielle Informationen zur Zahl und Herkunft der Bettlergruppen fehlen.

Allerdings haben Anwohner der Südstadt beobachtet, dass die Bettler die Nächte in einem oder mehreren Fahrzeugen verbringen.

Beschwerden über die Bettelszene in der Stadt seien beim Ordnungsamt bislang noch nicht eingegangen, sagt Heiser. Solange sich die Personen still verhalten und Passanten nicht durch aggressives Verhalten belästigen, bestehe kein Grund zum Eingreifen. Heiser: „Das Betteln ist nicht verboten.“ Auch das gehöre zum Wesen der deutschen Rechtsordnung.

Es gibt aber auch Bettler, die besonders dreist vorgehen: In der Nähe des Lutherplatzes fiel in den vergangenen Tagen ein Pärchen mit einer besonders aggressiven Masche auf. Die etwa 30-jährige Frau stellte sich dabei sogar mitten auf die Straße, um Autos anzuhalten. In akzentfreiem Deutsch erzählte sie immer wieder die Geschichte von einer verlorenen Handtasche und bat um Kleingeld für ein Fahrticket nach Hause.

Polizei und Ordnungsamt wollen diesem Hinweis nachgehen und gegen dieses aggressive Betteln einschreiten, zumal die Frau sich und Verkehrsteilnehmer in Gefahr bringe.

Hintergrund: Polizei warnt vor Spendensammlern

Die Kasseler Polizei warnt vor Betrügern und organisierten Trickdieben. In den Tagen vor Weihnachten, an denen üblicherweise noch mehr Menschen als sonst ein offenes Ohr und ein weiches Herz für Spendensammler oder Bettler haben, machten sich diesen Umstand auch immer mehr Betrüger und Diebe zunutze, sagt Polizeisprecher Wolfgang Jungnitsch.

Seit Anfang Dezember habe die Polizei in Nordhessen beispielsweise schon sieben Fälle angezeigt bekommen, in denen falsche Spendensammler auch noch ihre Wohltäter bestahlen. Trickdiebe oder Trickbetrüger starteten ihren Beutezug auch gern in der Nähe von Bankautomaten, wenn Kunden Geld abheben.

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