43-Jähriger drohte Türsteher mit Maschinenpistole

Verstoß gegen Kriegswaffenkontrollgesetz: Bewährungsstrafe für Familienvater

Kassel. Weil er Weihnachten 2011 im Streit mit einem Türsteher vor einer Kasseler Diskothek mit einer Maschinenpistole hantierte, ist ein 43-jähriger Mann aus Felsberg zu zwei Jahren Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt worden.

Das Kasseler Amtsgericht sprach ihn am Mittwoch eines Verstoßes gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz schuldig.

Nach Feststellung des Gerichts war der Felsberger zum Tatzeitpunkt durch Alkohol in seiner Einsichts- und Steuerungsfähigkeit beeinträchtigt. Richter und Schöffen hielten es nicht für ausgeschlossen, dass der Angeklagte zuvor sehr unsanft vom Türsteher angegangen worden war und sich gedemütigt fühlte.

Bekanntschaft mit Türsteher

Keiner der Streitbeteiligten hatte im Prozess wirklich Erhellendes zur Vorgeschichte von sich gegeben. Warum? Darüber könne man nur spekulieren, befand Richter Hirdes. Angeblich kennen sich der Felsberger und der Türsteher schon aus einem fernen Heimatort. Man verstehe sich eigentlich gut, hatte der Angeklagte gesagt.

Dass der 43-Jährige wirklich abdrücken wollte, glaubte das Gericht nicht. „Fest steht, dass kein Schuss fiel. Fest steht aber auch, dass die Waffe schussbereit war,“ sagte der Richter. Es habe eine „nicht unerhebliche abstrakte Gefährdung“ für alle Beteiligten bestanden.

Waffe war geladen

Zur Bewährung ausgesetzt werden könne die Strafe nur, weil der Felsberger, ein berufstätiger Familienvater, außer an jenem Morgen nie mit Gewaltdelikten aufgefallen ist, betonte der Richter. Die Staatsanwältin hatte gegen Bewährung plädiert. Der ganze Umgang des 43-Jährigen mit der geladenen Maschinenpistole spreche dagegen: Etwa, dass er sie vor der Disco in einem unabgeschlossenen Auto habe liegen lassen.

Mehrere unbeteiligte Zeugen hatten an jenem Morgen die Polizei gerufen, als sie die Waffe vor der innerstädtischen Lokalität erblickten. Die Beamten trafen rasch ein. Festgenommen wurde dann auch ein 38-jähriger Kasseler, der mit dem Felsberger die Disco besucht hatte – und der eine Schreckschusswaffe im Hosenbund trug. Er wurde gestern wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz verurteilt sowie für eine Fahrt ohne Führerschein im November 2011. Für beides wurde eine Gesamtgeldstrafe von 110 Tagessätzen zu zehn Euro verhängt.

Ein Türsteher, der an jenem Tag privat in der Disco gewesen sein will, sagte gestern als Zeuge, er arbeite inzwischen nicht mehr dort: „Ist mir zu stressig hier in Kassel.“ Weitere Erklärungen dazu waren ihm nicht abzuringen.

Von Katja Schmidt

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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