Unterschlagung und Diebstahl

Strafe für Minicarfahrer in Kassel: Er bedrohte Fahrgäste mit Messer

Kassel. Wegen Unterschlagung und Diebstahls ist ein 27-jähriger Minicar-Fahrer von der 1. Strafkammer des Landgerichts zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und drei Monaten verurteilt worden.

Der Mann hatte zwei Fahrgästen mit vorgehaltenem Messer ihre Iphones im Wert von rund 1500 Euro abgenommen, als die kein Geld für die Taxifahrt hatten. Die Tat ereignete sich in den frühen Morgenstunden des 16. Mai 2016. 

Wie Staatsanwältin Richter in ihrer Anklage schilderte, hatten drei junge Männer aus Kaufungen in der Szenekneipe A.R.M. am Kulturbahnhof gefeiert und wohl auch kräftig gebechert, als sie sich für die Heimfahrt ein Minicar riefen. Unterwegs steuerte der Fahrer auf Bitten seiner Fahrgäste sogar noch einen McDonald´s an. Auf der weiteren Heimfahrt wurde dann einem der jungen Männer übel, was für schlechte Stimmung beim Taxifahrer sorgte.

Minicarfahrer zückte Messer

Die wurde nicht besser als sich in Niederkaufungen herausstellte, dass das Trio kein Geld mehr hatte, um die Fahrt zu bezahlen.

Hinweis und Korrektur:

In einer ersten Version dieses Artikels war ein Foto von Freecall Minicar in Kassel zum Artikel gestellt. Wir weisen ausdrücklich darauf hin, dass das Unternehmen Freecall Minicar nichts mit dem vorliegenden Fall zu tun hat und der Fahrer dort nicht beschäftigt war. 

Bei dem Foto handelte es sich um ein Symbolbild, das wir fälschlicherweise dazugestellt haben. Wir bitten, den Fehler zu entschuldigen. 

Einer der Fahrgäste gab gleich Fersengeld, als das Mietauto an der Aral-Tankstelle stoppte. Ein heute 22-jähriger Student aus Kaufungen, der nun als Zeuge aussagte, musste sein Iphone als Pfand beim Fahrer lassen. Um seiner Forderung Nachdruck zu verleihen hatte der in Israel geborene Palästinenser, der inzwischen die deutsche Staatsangehörigkeit hat, ein Taschenmesser mit fünf Zentimeter langer Klinge gezückt. Der Student zog los, um 30 Euro aus dem Automaten zu ziehen. Doch der Angeklagte mit dem langen Rauschebart schien es sich anders überlegt zu haben. Mit dem Messer forderte er nun auch den anderen Fahrgast auf, ihm das Handy auszuliefern. Ein Iphone 6 wechselte den Besitzer und der Angeklagte fuhr davon, ohne auf das Bezahlen des Fahrpreises zu warten.

Handys bei Durchsuchung gefunden

Die Kaufunger erstatteten am nächsten Tag Anzeige, ihre Handys wurden bei der Wohnungsdurchsuchung des Angeklagten sichergestellt und ihren Eigentümern wieder ausgehändigt.

Bei ihren Zeugenaussagen hatten zwei der jungen Männer bereits deutliche Erinnerungslücken an das Geschehen. Die Strafkammer von Richter Dreyer ließ deshalb den ursprünglichen Vorwurf des schweren Raubes fallen und urteilte nur noch wegen Unterschlagung, weil der Angeklagte die Iphones behalten wollte.

In die Strafe floss auch die Verurteilung für einen Reifendiebstahl im Jahr 2015 ein. Damals hatten fünf Täter komplette Reifensätze von hochpreisigen Pkw abmontiert, die auf den Außengeländen von Autohäusern in Kassel und Holzminden abgestellt waren.

Vier der Tätern waren bereits zu Bewährungsstrafen verurteilt worden. Gestern räumte der Angeklagte ein, an diesen Taten beteiligt gewesen und auch zweimal Tankbetrug begangen zu haben.

Weil sich der nicht vorbestrafte Mann aber seither nichts mehr hat zu Schulden kommen lassen, blieb es bei einer Bewährungsstrafe.

Rubriklistenbild: © picture alli ance / Bernd Weißbrod/dpa

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