Erste Kollektion auf dem Markt

Bewegtes Jahr für Kasseler Designer-Duo der Manufaktur „Fuchs & Habicht“

Haben sich zusammen im Möbelbau selbstständig gemacht: Leonhard Berger (links) und Sascha Kleczka sind Gründer der Manufaktur Fuchs & Habicht und sitzen auf Stühlen ihrer ersten Kollektion.
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Haben sich zusammen im Möbelbau selbstständig gemacht: Leonhard Berger (links) und Sascha Kleczka sind Gründer der Manufaktur Fuchs & Habicht und sitzen auf Stühlen ihrer ersten Kollektion.

Wenige Monate nachdem ihre erste Möbelkollektion auf den Markt kam, brannte die Werkstatt zweier Kasseler Designer teilweise ab. Das Jahr 2021 hatte aber ein versöhnliches Ende.

Kassel/Ahnatal – Die beiden Kasseler Designer Leonhard Berger und Sascha Kleczka haben ein bewegtes Jahr hinter sich: Im Juli brachten sie mit ihrer Möbelmanufaktur Fuchs & Habicht ihre erste, neunteilige Kollektion auf den Markt. Im Herbst brannte ein Teil ihrer Werkstatt in Ahnatal ab. Zum Jahresausklang gab es dann aber doch noch versöhnliche Nachrichten: Fuchs & Habicht gewann zwei Design-Awards (siehe Infobox am Ende des Artikels).

Zum neuen Jahr soll die Werkstatt wieder vollständig aufgebaut sein. „Das war schon ein ziemlicher Rückschlag. Neben den vielen Schablonen sind auch angefangene sowie bereits fertige Aufträge verbrannt“, berichtet Co-Gründer Sascha Kleczka (30). Im Frühjahr wollen die beiden auch ihre mündliche Prüfung zur gemeinsamen Diplomarbeit an der Kunsthochschule Kassel abgelegen. Sie ist der Grundstein des jungen Unternehmens, der Name lautet „Entstehung einer nachhaltigen Möbelmanufaktur“. An der Kunstuni haben sich die beiden vor acht Jahren im Studiengang Produktdesign getroffen.

Kleczka kam über die Familie ans Holzhandwerk, machte eine Tischlerausbildung und eine Zusatzausbildung zum Gestalter im Handwerk, bevor er an die Kunstuni ging. Ganz anders sein Partner Leonhard Berger (37): Der merkte während seiner Ausbildung zum Einzelhandelskaufmann, dass er was anderes machen wollte. Mit „gekritzelten Möbelentwürfen“, die er auch schon mal spartanisch mit einer Stichsäge umgesetzt hatte, bewarb er sich an der Kunstuni – und wurde für ihn zu diesem Zeitpunkt überraschend angenommen. Das Anliegen der beiden Produktdesigner sei, Möbel in der Herstellung und ihrer Funktion stetig weiter zu verbessern, sagen sie.

Mit ihrer ersten Kollektion versuchen sie, Langlebigkeit mit minimalem Ressourceneinsatz zu verbinden. Unikate aus Auftragsarbeiten fertigen sie primär aus Habichts- und Reinhardswald. Das sei aber leider nicht FSC-zertifiziert, berichten sie. Dafür seien die Wege kurz. Für die Serienproduktion in Kooperation mit dem Lebenshilfe-Werk Waldeck-Frankenberg beziehen sie zertifiziertes Eschenholz aus Deutschland. „Das FSC-Siegel besagt unter anderem, dass in einem zertifizierten Wald mehr Holz nachwächst, als abgebaut wird – auf natürlichem Wege oder durch Fällung“, erklärt Kleczka.

Sie vertreiben ihre Möbel direkt, sind aber auch schon bei Händlern in Kassel und im Internet gelistet. Perspektivisch wollen sie sich auf die Auftragsplanung und Produktentwicklung fokussieren, die Fertigung soll dann in Kooperation mit regionalen Handwerksbetrieben erfolgen. „Wir legen Wert darauf, in gesundem Tempo zu wachsen“, sagt Kleczka. Das noch junge Unternehmen sei mit der Produktentwicklung, der Fertigung und dem Vertrieb derzeit gut ausgelastet. Die Designerware aus Nordhessen hat ihren Preis: Stühle gibt es ab knapp 300 Euro. „Für die angebotene Qualität und die Produktionsbedingungen ist das eher noch günstig“, sagt Kleczka. Der recycelte Stahldraht mache die Stühle durch seine Flexibilität „bequemer und ergonomischer, als sie vielleicht aussehen“. (Gregory Dauber)

Zwei Design-Preise für Fuchs & Habicht

Die erste Kollektion von Fuchs & Habicht wurde in diesem Jahr mit zwei Design-Preisen ausgezeichnet. Anfang November erhielten Sascha Kleczka und Leonhard Berger den „German Design Award“ in Gold, Mitte Dezember zählten sie zu den Gewinnern des „Iconic Awards“ in der Kategorie „Innovative Interior“ (innovative Inneneinrichtung). Beide werden vom Rat für Formgebung ausgelobt. Zwar stehen solche Auszeichnungen teilweise in der Kritik, da es mehrere Gewinner gibt, keine Preisgelder ausgeschüttet werden und die Teilnahme gebührenpflichtig ist. „Die Auszeichnungen haben dennoch eine große Strahlkraft und heben uns im Markt hervor“, sagen Kleczka und Berger.

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