Neuer Zaun aufgestellt, Abriss von Magazinhof und Gespräche mit der Stadt geplant

Schandfleck Magazinhof: Abriss geplant

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Vor der Brandruine des Magazinhofs.

Kassel. Er ist ein Schandfleck zwischen zwei Stadtteilen: Der Magazinhof in Niederzwehren, der direkt an Süsterfeld-Helleböhn grenzt, verfällt seit Jahren. Lange hat sich auf dem Gelände nichts getan, höchstens dass Unbekannte in der Vergangenheit immer mal wieder ein Gebäude auf der 37 000 Quadratmeter großen Fläche angesteckt haben.

Dass das Gelände nur wegen seines Verfalls und der Brandstiftungen in die Schlagzeilen kommt, das soll sich nun ändern. Dr. Jürgen Gehb, Vorstandsvorsitzender der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) mit Sitz in Bonn, ist seit dem 1. Januar dieses Jahres für das gesamte Areal zuständig. Der ehemalige Kasseler Bürgermeister und frühere Bundestagsabgeordnete ist aber schon vorher, als der Magazinhof noch in Bundeswehrverwaltung war, von Anwohnern darauf angesprochen worden. Den Menschen sei es doch egal, ob die Bundeswehr oder die BImA dafür verantwortlich ist, sagt Gehb. Die wollten, dass sich etwas verändert.

Etwas hat sich bereits getan: Die Bundeswehr hat vor der Übergabe im Dezember den Zaun um das Gelände erneuert, um die Verkehrssicherungspflicht zu gewährleisten. Laut Brigitte Griesheimer, BImA-Mitarbeiterin in Kassel, hat der etwa 500 Meter lange Zaun mit allen Arbeiten zur Unterkonstruktion um die 70 000 Euro gekostet. Zudem falle es noch in die Verantwortung der Bundeswehrverwaltung, die Brandruine (das frühere Verwaltungsgebäude) bis zum August dieses Jahres abzureißen. Das werde mehrere Hunderttausend Euro kosten, sagt Gehb.

Und was passiert anschließend? Aufgabe der BImA ist es, das Areal zu vermarkten. Gehb will zu diesem Thema einen runden Tisch mit der Stadt und dem Ortsbeirat machen. Es gebe für Brachen ja immer viele Ideen, sagt Gehb. Es müsse allerdings immer die Frage gestellt werden, wer das alles bezahle.

Abriss kostet Millionen

Nach Angaben von Fachgebietsleiterin Griesheimer würde der Abriss aller alten Gebäude mehrere Millionen Euro kosten. Die Getreidesilos hätten sehr dicke Wände. „Diese Kosten übersteigen jeden Grundstückswert“, sagt Griesheimer. Deshalb herrsche intensiver Gesprächsbedarf über die Wertfindung der Fläche.

Niederzwehrens Ortsvorsteher Harald Böttger kann sich gut vorstellen, was hier entstehen könnte: Entlang der Straße Glöcknerpfad wünscht er sich eine Wohnbebauung mit Einfamilienhäusern. „Der Bedarf ist vorhanden. Wir haben in Niederzwehren keine freien Grundstücke mehr.“ Auf der anderen Seite, entlang der Bahntrasse, könnte Gewerbe angesiedelt werden.

Um den Stein ins Rollen zu bringen, will die BImA nun auf die Stadt zugehen. Ein zeitnaher städtebaulicher Vertrag sei für die Planungen erforderlich. Ortsvorsteher Böttger hofft, dass es keine weiteren zehn Jahre mehr dauert, bis sich das Gesicht des Areals verändert hat. Er formuliert als Ziel, dass hier spätestens in fünf Jahren Einfamilienhäuser stehen.

Von Ulrike Pflüger-Scherb

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