Bewerber zur Oberbürgermeisterwahl präsentierten sich beim HNA-Lesertreff

Kassel. Am Ende hieß es Farbe bekennen für die Kandidaten. Wen würden Sie wählen, wenn Sie nicht selbst zur Wahl als Oberbürgermeister stünden?  Darum ging es am Dienstagabend beim HNA-Lesertreff.

Obwohl bei Amtsinhaber Bertram Hilgen (SPD) und seinem CDU-Herausforderer Ernst Wegener mit identischer blau-rot-gestreifter Krawatte eine gewisse Übereinstimmung offensichtlich war, heimste Kandidat Dr. Andreas Jürgens letztlich die meisten Stimmen seiner Kontrahenten ein. Sowohl Kai Boeddinghaus (Linke), der Pirat Olaf Petersen und auch Hilgen beantworteten die scherzhafte Schlussfrage zugunsten des Grünen.

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Ansonsten zeigten sich während des HNA-Lesertreffs in der ehemaligen Ingenieurschule auf dem Podium sechs Männer mit sechs Profilen. In die Zange genommen wurden sie von HNA-Lokalchef Uli Hagemeier und Redakteur Claas Michaelis vor dem mit 350 Gästen rappelvollen Saal. Schuldenabbau, Bürgerbeteiligung am Beispiel Langes Feld und die Notwendigkeit einer Multifunktionshalle für Kassel spannten den thematischen Bogen der zweistündigen Diskussion.

Dabei äußerten die Kandidaten zum Teil sehr gegensätzliche Positionen. Während Boeddinghaus, Petersen und Jürgens etwa eine Bebauung des Langen Feldes aus ökologischen Gründen ablehnen, sehen Hilgen und Wegener in dem geplanten Gewerbegebiet eine wirtschaftliche Chance. Bernd W. Häfner von den Freien Wählern appellierte in dieser Streitfrage und auch grundsätzlich für mehr Bürgerbeteiligung.

HNA-Lesertreff zur Kommunalwahl: Diskussion der Kasseler OB-Kandidaten

Beim Thema Schuldenabbau waren sich die Vertreter aller sechs Parteien einig, dass die Stadt sich nicht mehr alles leisten kann, was wünschenswert ist. Eine Multihalle beispielsweise konnten sich alle übereinstimmend nur mit Hilfe eines privaten Investors vorstellen. Einstimmigkeit herrschte auch bei der Kritik an Bund und Land, die aufhören müssten, „den Kommunen in die Tasche zu greifen“ (Hilgen).

Der Liveticker vom Lesertreff zum Nachlesen.

Trotz der Vielfalt politischer Farbe auf dem Podium war die Diskussion überwiegend sachlich und von gegenseitigem Respekt geprägt. Misstöne kamen lediglich in Form von Zwischenrufen aus dem Publikum.

Neben den versiert argumentierenden Politprofis wirkte Petersen als Neuling auf der kommunalpolitischen Bühne etwas verloren - gab aber auch offen zu, nicht in alle Bereiche Einblick zu haben. Dafür hatte das Publikum am Ende des Abends einen Überblick über die Positionen der OB-Kandidaten und ihren Auftritt im Rampenlicht der Wähler. Porträts und Kurzvideos der Kandidaten unter www.hna.de/kassel. Video vom Lesertreff: www.hna.de/video. Das Freie Radio Kassel sendet einen Mitschnitt am Freitag, 18.30 Uhr.

Von Christina Hein und Katja Rudolph

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