MHK hat Schutzzaun auf Siebenbergen errichtet

Biber sollen nicht auf die Blumeninsel in Kassel

Neuer Biberschutz: (von links) Andreas Schulze, Loris Brinkmann und Markus Krimmel, Mitarbeiter der MHK, haben rund um die Blumeninsel Siebenbergen einen Elektrozaun aufgebaut.
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Neuer Biberschutz: (von links) Andreas Schulze, Loris Brinkmann und Markus Krimmel, Mitarbeiter der MHK, haben rund um die Blumeninsel Siebenbergen einen Elektrozaun aufgebaut.

Um Bäume zu schützen, wurde auf der Blumeninsel Siebenbergen in dieser Woche ein Biberschutz errichtet.

Kassel – Auf der Blumeninsel Siebenbergen in der Karlsaue gibt es ganz besondere Bäume und Pflanzen. Sie sind zum Teil sehr alt und selten. An diesen Gewächsen haben in den vergangenen Monaten auch so einige Biber Geschmack gefunden, die einen Schwimmausflug auf die Insel unternommen haben. Dort haben sie sich dann erst mal gestärkt und zugebissen.

Unter anderem haben die Nagetiere die Stämme von Weiden und einer Zierkirsche durchgebissen.

Damit die schwimmenden Vegetarier nicht mehr auf die Blumeninsel „zum Snacken“ vorbei kommen, wie es Carolin Bräuer, zuständig beim Regierungspräsidium (RP) Kassel für das Bibermanagement, formuliert, wird in dieser Woche die Insel mit einem Elektrozaun eingefriedet. Auf einer Länge von 650 Meter.

Die knapp 1000 Euro, die dieser Zaun kostet, übernehme das RP. Der Zaun funktioniere wie ein Weidezaun, sagt Bräuer. Einziger Unterschied: Mithilfe eines Weidezauns sollen die Kühe nicht abhauen können, dieser Biberzaun soll hingegen verhindern, dass die Nager auf die Insel kommen.

Bereits im Frühjahr dieses Jahres habe es Sichtungen von Bibern in Nähe der Neuen Mühle gegeben, sagt Florian Kahl, Leiter des Gartenbetriebshofs Karlsaue der Museumslandschaft Hessen-Kassel (MHK). Kurze Zeit später seien die Nager dann im Hirschgraben von Anglern beobachtet worden, fügt Gärtnermeister Karl-Heinz Freudenstein hinzu. Und letztlich seien die Spuren der Nager dann vor sechs Wochen auf der Blumeninsel entdeckt worden. Daraufhin habe man sich mit dem Bibermanagement des RP in Verbindung gesetzt, um eine Lösung zu finden.

Die Biber dürfen nicht einfach verjagt oder gar getötet werden. Der Biber gehört nämlich zu den besonders geschützten Tierarten, deren Erhaltungszustand von den EU-Mitgliedsstaaten überwacht werden muss. Bräuer weist daraufhin, dass für diese Tierarten neben einem Zugriffsverbot auch ein Störungsverbot während der Fortpflanzungs-, Aufzuchts, Überwinterungs- und Wanderungszeiten gilt. Die Biberexpertin geht aber davon aus, dass die Blumeninsel Siebenbergen noch kein etabliertes Revier für die Nager ist. Dafür habe man keine Hinweise gefunden. In Hessen gebe es rund 1000 Biber, in Kassel vermutlich um die 20 Tiere, die in Familien leben.

Den Zaun, der die Biber künftig von der Insel fernhalten soll, stelle auch kein Hindernis für die anderen tierischen Bewohner der Insel dar. Die Enten können ihn überfliegen. Und die Pfauen haben das auch schon oft genug unter Beweis gestellt, wenn sie Ausflüge in die Kasseler Südstadt unternommen haben.

Einen Biberschutz für die gesamte Karlsaue kann es allerdings nicht geben. „Wir können ja nicht den gesamten Park einfrieden“, sagt Kahl. Auch sei es nicht möglich, dass jeder Baum in dem Park mit einer Drahtmanschette geschützt werde.

Die Biber werden also auch künftig noch einige Möglichkeiten zum kraftvollen Zubeißen außerhalb der Blumeninsel haben.

(Ulrike Pflüger-Scherb)

Beweismittel: (von links) Carolin Bräuer (RP) sowie Florian Kahl und Karl-Heinz Freudenstein (MHK) mit Ästen, die Biber auf der Blumeninsel durchgebissen haben.

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