Über 900 000 Nutzungen an Bibliotheken der Universität Kassel – Zahl externer Gäste steigt

Bibliothek mit Rekordbesuchen

Die Uni-Bibliothek wird viel besucht: Eine Studentin arbeitet in der Uni-Bibliothek in Kassel an einer Studienarbeit. Die 904 Arbeitsplätze sind zu Spitzenzeiten voll besetzt. Foto: dpa

Kassel. Es ist eine überraschende Nachricht: In Zeiten, in denen Stadtteilbibliotheken geschlossen werden, E-Books und Tablet-PCs Einzug in die Haushalte finden, könnte man annehmen, dass auch die Uni-Bibliothek weniger genutzt wird. Das Gegenteil ist der Fall: Im vergangenen Jahr zählte die Uni 916 199 Besuche. Das ist ein Rekord. Im Jahr 2012 waren es rund 824 000 und vier Jahre zuvor 600 000 Besuche.

Bei den Zahlen vor dem Jahr 2013 handele es sich allerdings um Hochrechnungen der Universität, da die genaue Zahl erst seit dem vergangenen Jahr durch ein neues System erfasst werde. Als Besuch gilt, wenn ein Nutzer die Bibliothek betritt und wieder verlässt – Mehrfachzählungen pro Nutzer sind am Tag also möglich.

Auch in den kommenden Jahren rechnen deshalb Leiter Dr. Axel Halle und seine neue Stellvertreterin, Dr. Salina Braun, damit, dass die Bibliothek weiterhin eine wichtige Rolle spielen wird. „Die Nutzung wird weiter zunehmen“, sagte Halle. Die gestiegene Besucherzahl führt der 58-Jährige unter anderem auf die wachsende Anzahl der Studenten zurück. Im Wintersemester 2013 studierten in Kassel 22 765 Menschen. Vor fünf Jahren waren es 16 000.

Aber auch Änderungen im Lernverhalten spielten eine Rolle: „Wir stellen fest, dass die Studenten wie zur Arbeit hierherkommen und viele Stunden in der Bibliothek verbringen“, sagt Halle. Das führt er auf den Leistungsdruck zurück, der auf den Studenten laste. Zudem werde viel in Gruppen gelernt.

Die Folge: Auch in der vorlesungsfreien Zeit seien die Bibliotheken nun gut besucht. Deshalb sei es auch der richtige Schritt gewesen, die Öffnungszeiten zu erweitern – an Wochentagen ist nun bis 23 Uhr geöffnet.

In den Spitzenzeiten sind laut Braun die 904 Plätze an den sechs Standorten der UB voll belegt. Der steigenden Nutzung begegne man mit der Sanierung der zentralen Uni-Bibliothek, der Murhardschen Bibliothek und einem Anbau an das Universitätsgebäude an der Nordbahnhofstraße in Witzenhausen.

Auch die Zahl der Bibliotheksnutzer, die nicht studierten oder zum Lehrpersonal gehörten, ist gestiegen. 11 882 sogenannte Regionalnutzer zählte die Uni. Im Vorjahr waren es noch knapp 1300 weniger. Die Uni zählt mit Studenten insgesamt 28 000 aktive Nutzer. „Wir kaufen rund 1,2 Kilometer an neuen Büchern pro Jahr“, sagte Halle. Auch in diesem Jahr stehen dafür wie im Vorjahr 2,8 Millionen Euro für Neuanschaffungen zur Verfügung.

Der Wandel in Richtung Online mache sich trotzdem bemerkbar. So würden sie nur zehn Prozent der wissenschaftlichen Zeitschriften noch in Druckform beziehen. Trotzdem wünschten sich viele der Nutzer noch eine gedruckte Version.

„Man könnte sagen: Je komplexer ein Sachverhalt ist, desto mehr wollen die Menschen eine gedruckte Version“, sagt Halle.

Von Max Holscher

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