Wegen des schlechten Wetters fliegen Insekten seltener

Für Bienen ist es zu kalt: Honig wird wohl teurer

Imker im Einsatz: Manfred Deichmann (rechts) benötigt beim Öffnen seines Bienenstocks, hier vor zwei Wochen, keine Schutzkleidung, da seine Tiere ein friedliches Volk sind. Archivfoto: Schilling

Kassel. Das schlechte Wetter beeinflusst das Verhalten der Bienen. In den vergangenen Wochen waren sie nur selten zu sehen. Die geringen Flugzeiten der Insekten wirken sich negativ auf den Honigertrag und die Obsternte in und um Kassel aus.

Hier sind Fragen und Antworten zur aktuellen Situation der Bienen.

? Warum sind Bienen derzeit so selten zu sehen?

!„Das liegt an dem feuchten Wetter und den kühlen Temperaturen“, sagt Manfred Deichmann vom Imkerverein Kassel. Der Imker weist darauf hin, dass Bienen nur bei Temperaturen über zwölf Grad fliegen. Außerdem sollte es trocken sein. „Sie brauchen eine Art Betriebstemperatur, um ihre Sammelflüge zu starten“, sagt Deichmann. Bei Temperaturen unter zwölf Grad bleiben sie in ihrem Stock.

? Hat der kalte Winter den Bienenbestand verringert?

! „Der kalte Winter hat den Bienen nichts ausgemacht“, sagt Imker Deichmann. In ihren Kästen könnten sie mit den kalten Temperaturen umgehen. Wichtig sei nur, dass sie in den Kästen genügend Verpflegung gehabt haben.

? Warum ist es wichtig, dass Bienen viel fliegen?

!Bienen zählen in der Natur zu den wichtigsten Bestäubern und tragen einen wichtigen Beitrag zum Ökosystem bei. Daher ist es nicht nur für Honigfreunde bedeutend, dass sie viel fliegen. Auch Gärtner und Obstbauern sind darauf angewiesen, dass die Bienen die Pflanzen und Blüten der Obstbäume befruchten.

? Wie wirkt es sich auf den Honigertrag aus, wenn Bienen seltener unterwegs sind?

!„Wenn das Wetter in dieser Woche so schlecht bleibt, befürchten wir erhebliche Defizite beim Ertrag des Frühjahrshonigs. Das wäre eine Katastrophe“, sagt Manfred Deichmann. Dazu zählen der Blüten- und Rapshonig. Die Rapsblüte würde nur noch in den nächsten zwei Wochen halten. „Es ist zu befürchten, dass der Honig deswegen auch teurer wird“, sagt Deichmann. Der Imker hofft auf einen besseren Ertrag beim Sommerhonig. Aber dafür müsse das Wetter besser werden. Ab Anfang Juni sammeln die Bienen den Honig von beispielsweise Himbeere, Brombeere und Linde ein.

? Welchen Einfluss hat dies auf die Obsternte?

! Auch für die Obsternte sind die geringen Flugzeiten der Bienen schlecht. „Wir müssen damit rechnen, dass die Bestäubung der Obstbäume nicht gut ausgefallen ist“, sagt Deichmann und fügt hinzu: „Die Äpfel- und Kirschbäume standen in voller Blüte, als das Wetter schlecht war.“ Zwar waren die Temperaturen zwischenzeitlich höher und die Bienen sind geflogen. Aber in der kurzen Zeit konnten sie nicht alles bestäuben. Daher müsse von einer niedrigen „Bestäubungsleistung“ ausgegangen werden. Artikel unten

Von Manuel Kopp

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