Kripo: Fahrlässige Brandstiftung

Nach Feuer wohlauf: Bewohnerin und Katze haben überlebt

Streunt wieder um das Haus herum: Die Katze Bieni wurde von einem couragierten Nachbarn aus der Brandwohnung gerettet. Ihr Frauchen, die 49-jährige Mieterin der Wohnung, ist inzwischen auch wieder aus dem Krankenhaus entlassen. Die Frau wird bei Bekannten unterkommen. Fotos: Rudolph

Kassel. Bieni streift ums Haus, vorbei an verbrannten Möbeln und einem angekokelten Bettlaken. Immer wieder schleicht die Katze die Treppen im Hausflur zu der Wohnung im ersten Stock hoch. Das Tier kann nicht verstehen, dass es in die von der Polizei beschlagnahmte, völlig verkohlte Brandwohnung nicht hineindarf.

Die Katze ist sehr scheu und schreckhaft. „Die hat einen Schock, genau wie ich“, sagt ihr Frauchen. Sonst sei Bieni zutraulicher. Die 49-Jährige, in deren Wohnung am Donnerstagnachmittag ein Feuer ausgebrochen war, hat die Nacht wegen einer Rauchgasvergiftung im Krankenhaus verbracht (wir berichteten). Jetzt gehe es ihr wieder gut, sagt die Frau. Sie sitzt mit einer Zigarette auf der Stufe zum Hauseingang und wartet auf jemanden, der ihr Feuer gibt.

Couragierte Helfer

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Heilfroh sei sie, dass ihr und der Katze nichts Schlimmeres passiert ist, sagt die 49-Jährige. Das viele Rauchgas hat sie auch deshalb eingeatmet, weil sie ohne ihre Katze die Wohnung nicht verlassen wollte. Zwei couragierte junge Männer aus der Nachbarschaft hatten die Katze dann noch aus den Flammen geholt. Dabei atmeten auch sie so viel giftigen Brandrauch ein, dass sie zur Behandlung ins Krankenhaus gebracht wurden.

Zwei Männer aus der Nachbarschaft kommen an dem Brandhaus vorbei, man kennt sich. „Du hast ein Riesenglück gehabt“, sagt einer zu der 49-Jährigen. Die Katzenretter seien Helden, der andere. „Die Leute hier haben richtig zusammengehalten“, fügt er hinzu. Hätte nicht ein Nachbar von gegenüber den Rauch aus der Wohnung im ersten Stock gesehen und die Feuerwehr gerufen, wäre vielleicht auch die 49-Jährige nicht mehr am Leben.

In ihre von den Flammen zerstörte Wohnung wird sie vorerst nicht zurückkehren können. Die Katze wird in der Zwischenzeit von einem Nachbarn versorgt, sie selbst werde bei Freunden und bei ihrer 82-jährigen Mutter unterkommen, sagt die 49-Jährige – und an ihre Bekannten aus der Nachbarschaft gewandt: „Wenn meine Wohnung wieder steht, dann koche ich als Dankeschön ein Riesenessen für euch alle.“

Stövchen als Brandherd?

Unterdessen untersucht Brandermittler Torsten Nebe von der Kasseler Kripo die Brandwohnung. Der Brand muss im Wohnzimmer entstanden sein, dort hatte das Feuer die schlimmsten Spuren hinterlassen. Hinweise auf einen technischen Defekt hätten sich nicht ergeben, berichtet Polizeisprecherin Sabine Knöll. Man gehe davon aus, dass es sich um fahrlässige Brandstiftung handele. Die Bewohnerin habe angegeben, dass eine Kerze in einem Stövchen auf dem Wohnzimmertisch stand.

Von Katja Rudolph

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