Grundsätzlich gilt: je mehr Alkohol, desto mehr Kalorien

So viele Kalorien hat ein Bier: Künftig soll Brennwert auf Flaschen stehen

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Ein Prosit auf den Brennwert: Bislang steht auf Bierflaschen nicht, wie viel Kalorien der Gerstensaft enthält. Das soll sich nun ändern.

Anders als bei anderen Getränken steht auf Bieren bislang kein Kaloriengehalt. Brauereien empfehlen nun eine Auszeichnung des Brennwertes. Wie viele Kalorien stecken eigentlich im Bier?

Früher sah man auf Festen im Sommer oft übergewichtige Männer, die ein T-Shirt trugen, auf dem stand: "Bier formte diesen wunderschönen Körper." Mittlerweile ist ein durch die Bauchmuskulatur geformtes Sixpack für viele attraktiver als ein Bierbauch, der durch zu viel Sechserträger entstanden ist. Wahrscheinlich auch deswegen wollen Brauereien nun mehr Transparenz für Verbraucher schaffen. Der Deutsche Brauer-Bund und der Verband Private Brauereien haben gerade empfohlen, dass auf allen Bieren und Biermischgetränken künftig der Brennwert steht. Die Initiative für die Zahl der Kalorien auf den Etiketten "soll ab 2019 schrittweise von den Brauereien umgesetzt werden", heißt es - allerdings auf freiwilliger Basis.

Bislang muss der Brennwert laut EU-Lebensmittelverordnung lediglich auf alkoholfreien Bieren und alkoholfreien Mischgetränken mit weniger als 1,2 Prozent Alkohol stehen. Für Getränke mit einem höheren Alkoholgehalt gibt es eine Ausnahmegenehmigung. Die hält die EU-Kommission nun aber nicht mehr für gerechtfertigt. Sie will, dass alkoholische Getränke wie alle anderen behandelt werden sollen. Die Initiative der Brauer, die anlässlich der Grünen Woche in Berlin öffentlich gemacht wurde, kommt also nicht aus heiterem Himmel.

Bei der Einbecker-Brauerei hat man sie mit angestoßen, wann sie umgesetzt wird, ist allerdings noch fraglich, wie Pressesprecher Ulrich Meiser sagt: "Wir bestellen unsere Etiketten in Millionenauflage. Die werden wir nicht wegschmeißen." Ob die Kalorien danach auf den neuen Etiketten aus Südniedersachsen stehen, sei auch noch nicht entschieden. Bis dahin können sich Verbraucher jedoch auf der Einbecker-Webseite informieren. Die Baunataler Hütt-Brauerei wird die neuen Informationen wahrscheinlich Ende des Jahres auf ihre Etiketten drucken lassen, wie Chef Frank Bettenhäuser sagt.    

Bier: Brennwert wird überschätzt

Nüchtern betrachtet macht die Transparenz-Offensive auch wegen einer Umfrage Sinn. Demnach stufen 42 Prozent der Verbraucher den Kaloriengehalt eines Pilsbieres höher ein, als er in Wirklichkeit ist. Er liegt bei 42 Kalorien pro 100 Milliliter, genauso viel wie bei einem Hellen oder einem Lager. Höher ist der Brennwert dagegen bei einem Weizen (52 Kalorien pro 100 Milliliter) oder einem Bockbier (58 Kalorien pro 100 Milliliter). Da für den Brennwert unter anderem der Alkoholgehalt verantwortlich ist, hat ein alkoholfreies Bier besonders wenig Kalorien (26 pro 100 Milliliter).

Aber auch wer einen halben Liter normales Pils trinkt, nimmt immer noch weniger Kalorien zu sich als mit der gleichen Menge Apfelsaft oder Milch - von Softdrinks wie Cola und Energy-Drinks wie Red Bull ganz zu schweigen. "Auch das wollen wir mit der Initiative kommunizieren", sagt Einbecker-Sprecher Meiser: "Bier hat weniger Kalorien als andere Getränke." Allerdings: Da Bier den meisten so verdammt gut schmeckt, bleibt es oft nicht bei nur einem Glas oder einer Flasche. Zudem regt Alkohol den Appetit an.

Wein: Zutaten nicht auf Etikett

Meiser verweist auf das über 500 Jahre alte deutsche Reinheitsgebot, das "älteste Lebensmittelgesetz der Welt". Die Zutatenliste verrät jedem Verbraucher, was in einer Flasche Bier steckt. Bei Wein, Likör und Whiskey ist das nicht der Fall. Dass die Inhaltsstoffe dieser Getränke nicht auf den Etiketten ausgewiesen werden müssen, liegt unter anderem an der französischen Wein-Lobby, wie Experten der EU-Bürokratie meinen.

Für Bierfreunde, die unbedingt einen Spruch auf dem Hemd stehen haben wollen, der mit ihrem Lieblingsgetränk zu tun hat, empfiehlt sich dagegen dieses T-Shirt aus dem Netz: "Two Beer or not Two Beer." Das würde auch dem Kölner "Tatort"-Kommissar Dietmar Bär alias Freddy Schenk stehen, der in einer Folge eine Bier-Diät ausprobierte - ohne Erfolg.

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