Frohsinn und Feierlaune

Kassels ältester Karnevalsverein „Die Pääreschwänze“ feiert 66.

Stets volle Festsäle: Hier feierten „Die Pääreschwänze“ Anfang der 60er-Jahre mit der Karnevalsgesellschaft „Die Rheinländer“ im „Parkhotel Hessenland“. Foto:  privat/nh

Kassel. Wenn sich Leif Honisch an seine ersten tollen Karnevals-Wochenenden in den 60er-Jahren erinnert, fällt ihm als erstes die legendäre Rutsche von der Saalebene direkt an die Bar im Philipp-Scheidemann-Haus ein.

„Wenn man nicht aufgepasst hat, bekam man dabei eine Bierdusche ab“, erinnert sich der langjährige Präsident der „Pääreschwänze“. Der älteste aktive Karnevalsverein Kassels feiert am Samstag, 31. Oktober, ein närrisches Jubiläum: Er ist sechsmal elf Jahre alt.

1949 waren „Die Pääreschwänze“ aus dem Gesangsverein Rothenditmold hervorgegangen. Es war die Geburtsstunde der ersten reinen Karnevalsgesellschaft in Kassel. „Es verwundert einerseits, dass sich die Menschen in der Nachkriegszeit für Karneval interessierten, andererseits ist das ein Zeichen dafür, dass man auch da den Blick erwartungsvoll in die Zukunft gerichtet hat“, sagt Vorsitzender Klaus Bruchhäuser.

Der Name Pääreschwänze war damals gewählt worden, weil die Rothenditmolder, die zahlreiche Pferde und Stallungen besaßen, so genannt wurden. Die ersten Veranstaltungen fanden im Saal der Jutespinnerei statt. Nach der Eröffnung des Philipp-Scheidemann-Hauses als erstes Bürgerhaus der Stadt wurde 1961 der Vereinssitz dorthin verlegt.

Die „tollen Tage“ waren damals immer ausverkauft, erinnert sich Honisch. Allein zum Kinderkarneval kamen am Sonntag vor Rosenmontag bis zu 600 Kinder. Für den Eintrittsbon, der eine Mark kostete, gab es damals auch die sehr beliebte Kasseler Kochwurst mit Brötchen. Eine lange Polonaise zog sich damals durch die Säle, bis alle mit der Leckerei versorgt waren, schildert der 73-Jährige.

Es folgten gute Jahre mit großen Auftritten im In- und Ausland. Zu den Höhepunkten im Bereich des Tanzsports zählt das Erreichen der Endrunde in der Kieler Ostseehalle. 1974 gehörten die Pääreschwänze damit bundesweit zu den 16 besten Karnevalsgesellschaften.

Männerballett

Der Tanzsport sei immer akrobatischer geworden, resümiert Honisch, der sich noch lebhaft an das Männerballett „Die Löffelgarde“ erinnern kann. Heute pflege man zwar eine intensive Jugendarbeit mit Tanzpaaren, Garden und Tanzmariechen, verzichte aber derzeit darauf, an Wettkämpfen teilzunehmen. Der 130 Mitglieder zählende Verein, der die Gemeinschaft Kasseler Karnevalsgesellschaften und den Karneval-Verband Kurhessen mitgründete, engagiert sich auch sozial. So veranstalten die Pääreschwänze jedes Jahr einen karnevalistischen Nachmittag für Menschen mit Behinderung und besuchen Altenheime.

In der kommenden Session stellen die Pääreschwänze übrigens mit Monika und Michael Vaupel das Prinzenpaar in der Kassel.

• Die Eröffnungssitzung findet statt am Samstag, 21. November, um 19.11 Uhr im Herrmann-Schafft-Haus, Wilhelmshöher Allee 19-21 statt. Mehr Infos unter www.diepaeaereschwaenze.de

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