Betreiber von Lokalen mit Freiluft-Sitzplätzen leiden besonders unter dem Regenwetter

Biergärten bleiben leer - Der Regen vermiest das Geschäft 

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Tische am Fluss tagsüber ohne Gäste: Auch im Ausflugslokal „Graue Katze“ außerhalb von Wolfsanger wartet Servicekraft Vanessa Eigl in diesen Tagen meist vergeblich auf Besucher.

Kassel. Kaffee trinken und speisen unter freiem Himmel – das ist für Café- und Restaurantgäste in diesem Regensommer ein seltenes Vergnügen. Für Gastronomen ist das Wetter schlicht „eine Katastrophe“, sagt Thomas Nähler, der unter anderem die Orangerie bewirtschaftet.

Seit Wochenbeginn werde an den vielen Außentischen auf der Terrasse gar nicht erst bedient. „Wer will denn schon im Regen sitzen?“

Dabei hat Nähler noch Glück, dass sein Lokal direkt am documenta-Parcours zwischen Friedrichsplatz und Karlsaue liegt. Im Inneren brummt der Bewirtungsbetrieb, auch im Gartensaal der Orangerie werden Gäste bedient. So sei ein höherer Gesamtumsatz als in Jahren ohne Kunstpublikum zu erwarten. „Gäbe es die documenta nicht, würden wir in dieser Saison bestimmt 40 Prozent Minus machen“, sagt Thomas Nähler.

An den Herkules-Terrassen, die Nähler ebenfalls betreibt, schlage das schlechte Wetter hingegen voll durch. Tagsüber fehle ein Drittel vom üblichen Umsatz, weil derzeit deutlich weniger Touristenbusse mittwochs und samstags zu den Wasserspielen kämen. Die gibt’s derzeit häufiger und frei Haus – nämlich vom nordhessischen Himmel.

Nur Bratwurst auf die Hand

„Einfach nur bescheiden“ laufe deshalb auch der Speisenverkauf am Kulturzelt, sagt Ulenspiegel-Inhaber Stephan Brede, der dieses Angebot organisiert. Zwar komme das Konzertpublikum auch bei schlechtem Wetter. „Aber wer will dann hinterher noch draußen sitzen und ein Tellergericht essen?“, fragt Brede. „Da geht dann allenfalls noch eine Bratwurst – mehr nicht.“

Brede berichtet von starken Umsatzrückgängen im Vergleich zu anderen Kulturzelt-Jahren. Dabei habe Veranstalterin Angelika Umbach für diese Saison extra neue, große Holztische bauen lassen. Aber an vielen Abenden sei es „einfach zu kühl und zu nass“, um dort noch länger zu sitzen.

Auch das Ausflugslokal Graue Katze an der Fulda außerhalb von Wolfsanger hat durch das schlechte Wetter Umsatzeinbußen, berichtet Mitarbeiterin Stella Pflüger. Mittags besuche derzeit so gut wie niemand das Restaurant, „abends dann fast nur unsere Hotelgäste“.

Im Gegensatz dazu wirkt sich der Regensommer für die Königsalm bisher nicht negativ aufs Geschäft aus. In der alpinen Ausflugs-Gastronomie zwischen Nieste und Kaufungen laufe es sogar besser als im vergangenen Jahr, sagt Mitarbeiterin Diana Wetterau: „Die Gäste sitzen bei schlechtem Wetter eben drinnen.“

Von Axel Schwarz und Theresa Ziemann

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