Orangerie bekommt Übergangsgastronomie im Außenbereich

Biergärten in Kassel sind wieder geöffnet

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Der Biergarten „Grimms Garten“ auf dem Weinberg hat bereits seit Mitte der Woche geöffnet. Mitarbeiter Max Schedo bedient die Gäste jetzt mit Mundschutz.

Nach gut zwei Monaten Corona-Shutdown öffnen in Kassel derzeit wieder die ersten Biergärten. Auch auf der Terrasse vor der Orangerie wird es bald wieder eine Außengastronomie geben.

Nachdem die bisherigen Betreiber Ende 2019 Insolvenz angemeldet hatten, war die Zukunft des Betriebs am Rand der Karlsaue ungewiss. Die Suche nach einem neuen Pächter für die Orangerie in einer öffentlichen Ausschreibung scheiterte an der Coronakrise. Alle Interessenten nahmen laut der Museumslandschaft Hessen Kassel (MHK) mit Einsetzen der Kontaktbeschränkungen aufgrund der Pandemie Abstand von ihren Bewerbungen (HNA berichtete).

Jetzt gibt es zumindest für den Außenbereich eine zwischenzeitliche Lösung. Wie die MHK mitteilte, eröffnet dort „Der Grischäfer“ eine Übergangsgastronomie.

Nachdem die Ausschreibung erfolglos geblieben sei, hätten sich in den vergangenen Wochen verschiedene Interessenten mit eigenen Ideen für eine Sommergastronomie an die MHK gewandt. „Bei den vorgelegten Konzepten hat Rainer Holzhauer mit „Der Grischäfer“ am meisten überzeugt“, sagt MHK-Direktor Martin Eberle. Der Gastronom, der in Kassel unter anderem den Renthof und die Kaskadenwirtschaft betreibt, wird laut MHK nur den Außenbereich nahe des Ost- und Küchenpavillons auf der Fuldaseite des Parks bespielen. Das Angebot, das aus mobilen Ständen heraus verkauft werden soll, reiche von klassischer Bratwurst über vegetarische Burger bis hin zu Kuchen. Softdrinks seien ebenso erhältlich wie Bier, Wein, Kaffee und Heißgetränke. Laut Holzhauer startet das komplette Angebot voraussichtlich ab Mitte kommender Woche.

Bereits geöffnet hat unter anderem der Biergarten „Grimms Garten“ auf dem Weinberg. Seit Mittwoch können die Besucher dort die Sonne in den Liegestühlen genießen, auch wenn Inhaber Johannes Reinhold weniger dieser Sitzgelegenheiten aufgestellt hat als üblich. Die weitere Bestuhlung musste der Gastronom, der auch das Café-Restaurant Falada in der Grimmwelt betreibt, aber nicht reduzieren. „Wir haben hier Platz genug, um die Bestuhlung mit dem nötigen Abstand anzubieten“, sagt der 50-Jährige.

Eigentlich wollte er den Außenbereich erst am 2. Juni öffnen, hat den Start aber vorgezogen. „Das Vertrauen der Menschen in eine Gastronomie an der frischen Luft ist derzeit größer als im Innenbereich“, sagt er. Der Betrieb sei gut angelaufen. Neben den üblichen Hygieneregeln muss Reinhold die Kontaktdaten der Gäste erfassen, damit im Ernstfall mögliche Corona-Infektionsketten nachverfolgt werden können. Neben Papier und Stift nutzt er dafür eine App. Der Kunde scannt beim Betreten des Biergartens mit seinem Smartphone einen QR-Code. Daraufhin öffnet sich auf dem Gerät ein Formular, in dem er seine Daten eintragen kann. Sie werden nach drei Wochen automatisch gelöscht. Beim Verlassen des Biergartens checkt der Gast über einen Scan eines zweiten QR-Codes wieder aus. „Das ist hygienischer als die Variante mit Papier und Kugelschreiber. Und wenn es einen Corona-Vorfall gibt, können wir die Daten dem Gesundheitsamt als PDF-Datei übermitteln“, sagt Reinhold.

Bei gutem Wetter ist Grimms Garten dienstags bis freitags von 15 bis 22 Uhr und an den Wochenenden von 12 bis 22 Uhr geöffnet.

Auch im Biergarten der Backstube in Wehlheiden wird wieder bewirtet. Es gibt vorerst Getränke aus der Flasche per Selbstbedienung und gegrillte Würstchen, heißt es auf der Facebook-Seite. Im Rondell an der Fulda kann man bei gutem Wetter Montag bis Samstag ab 16 Uhr und an Sonn- und Feiertagen ab 12.30 Uhr draußen sitzen. Im Vorderen Westen gibt es beispielsweise eine Außengastronomie am Uhlenspiegel an der Querallee.

Kalte Getränke und Speisen gibt es auch im Außenbereich des Sudhauses an der Hafenstraße.

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