800 Reisebusse steuerten Kassel an

Bilanz des Kasseler Weihnachtsmarkt: Gutes Geschäft auch ohne Ansturm

Beliebter Treffpunkt: Der Kasseler Märchen-Weihnachtsmarkt. Unsere Aufnahme vom Königsplatz entstand am Abend des letzten Öffnungstages. Foto: Schachtschneider

Kassel. Ob Frost oder fast frühlingshafte Temperaturen – der Glühwein in geselliger Runde auf dem Weihnachtsmarkt gehörte für die Kasseler auch in dieser Saison dazu.

Rundum zufrieden äußerten sich Gastronomiestand-Betreiber wie Dennis Ruppert von „Rupperts Almhütte“, einem beliebten Glühweintreff am Rande des Friedrichsplatzes: Die Geschäfte seien „vielleicht noch etwas besser als 2013“ gelaufen, bilanzierte er.

Eine gute Sache sei auch die Verlängerung des Marktes über die Festtage hinaus, findet Ruppert. Zwischen den Jahren würden Verwandte und Freunde, die auf Heimatbesuch sind, auf einen Glühwein in die Innenstadt ausgeführt. Das bringe noch mal Extra-Umsatz.

Obwohl Kassel Marketing von einer anhaltend hohen Besucherzahl um die zwei Millionen ausgeht, sind nach ersten Erkenntnissen der städtischen Touristiker diesmal weniger Weihnachtsmarktgäste mit Reisebussen gekommen. Laut Kassel-Marketing-Chefin Angelika Hüppe wurden knapp 800 Busse gezählt, etwa 100 weniger als in der vergangenen Saison.

Angelika Hüppe

Woran das liege, sei nicht einfach zu ergründen, zumal in gleicher Weise wie bisher überregional für den Kasseler Markt geworben wurde. „Es gibt ja so viele Weihnachtsmärkte in Deutschland“, sagt Angelika Hüppe. Möglicherweise hätten einige Busunternehmen in diesem Jahr ihr Programm zulasten Kassels geändert, um Abwechslung bei den Fahrtzielen zu bieten.

„Es gibt ja so viele Weihnachtsmärkte in Deutschland.“

Die Stadt hatte sich für einen größeren Ansturm gerüstet und den Messeplatz am großen Kreisel als Ausweich-Busparkplatz vorbereitet.

Darauf wurde laut Hüppe aber kaum zurückgegriffen: Nur allenfalls zehn Prozent der Busfahrer hätten die Wegbeschreibungen und Weihnachtsmarktgutscheine genutzt, die ihnen Kassel-Marketing-Mitarbeiter am Busparkplatz vor dem Staatstheater angeboten hätten.

Lieber zum Tanken fahren

Viele andere Fahrer hätten erklärt, sie führen nach dem Abladen der Fahrgäste lieber zu großen Autohöfen wie am Lohfeldener Rüssel oder an der Sandershäuser Straße, um dort ihre Busse vollzutanken und Pause zu machen. Dennoch, so Angelika Hüppe, solle der Ausweich-Busparkplatz künftig in der Hinterhand behalten werden: „Der Aufwand dafür war ja überschaubar, und den Service an sich fanden die Busfahrer gut.“

Der Rückgang bei Busreisegruppen sei aber offenbar von Weihnachtsmarktgästen gefüllt worden, die aus der Gegend kommen oder mit anderen Verkehrsmitteln angereist sind. Erste Daten aus einer aktuellen Besucherzählung hätten ergeben, dass der Anteil von Gästen aus den Nachbarbundesländern Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen gestiegen ist. Andererseits gebe es einen Rückgang bei Gästen, die aus anderen Regionen Hessens angereist sind.

Die Zählungsdaten sowie die Ergebnisse einer Umfrage unter Weihnachtsmarkthändlern und -besuchern werden gerade ausgewertet und sollen in der zweiten Januarhälfte vorgestellt werden.

Von Axel Schwarz

Archivvideo: Der Weihnachtsmarkt im Zeitraffer

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