Bildungspaket: Stadt sieht hohen Aufwand - 11.000 Kinder betroffen

Kassel. Hoher Verwaltungsaufwand und viele Fragen: Am 1. Januar soll das Gesetz zur Bildung und Teilhabe von Kindern aus Familien in Kraft treten, die auf Hartz IV oder Sozialhilfe angewiesen sind.

Doch noch fehlen Vorgaben, wie das Bildungspaket umgesetzt werden soll. Das liegt auch daran, dass das Gesetz noch nicht über alle Hürden ist.

Die Verantwortlichen in Stadt und Kreis Kassel befürchten einen hohen bürokratischen Aufwand. „Für alles muss ein Antrag gestellt werden“, sagt Petra Böhles von der Arbeitsförderung Kassel-Stadt (AFK). Die AFK wird ab Januar als Jobcenter firmieren, was weitere Umstellungen mit sich bringt. Laut Böhles haben in Kassel 6800 Kinder und Jugendliche Anspruch auf die so genannten Bildungsgutscheine. Trotz der derzeitigen Unsicherheiten soll ihnen schnell geholfen werden, damit sie an Schulausflügen, Freizeiten und Klassenfahrten teilnehmen können und in der Lage sind, in Schule oder Kindergarten zu Mittag zu essen sowie Kultur- und Freizeitangebote wahrzunehmen.

Das neue Gesetz sieht vor, dass die Kommunen mit Vorbereitung, Vergabe und Abrechnung der Leistungen beauftragt werden können. Die Stadt prüft nun, ob sie diese Aufgabe übernimmt. „Voraussetzung ist allerdings, dass wir nicht die zusätzlichen Verwaltungskosten tragen müssen“, sagt Stadtkämmerer Dr. Jürgen Barthel. Er spricht von einem immensen Aufwand. Die Höhe der finanziellen Belastung für die Stadt könne er aber noch nicht beziffern.

Im Landkeis haben 4312 Kinder und Jugendliche Anspruch auf entsprechende Leistungen. Auch dort ist noch nicht entschieden, wer die Federführung bei der Umsetzung übernimmt. „Wir wollen so wenig wie möglich Verwaltungsaufwand haben“, sagt Kreissprecher Harald Kühlborn. Dies sei jedoch nicht einfach. Die Kinder sollten aber keinesfalls die Leidtragenden sein. (els)

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