Prof. Bernd Billhardt von der Uni Kassel erhielt im Internet die meisten positiven Bewertungen

„Billy“ ist bei Studenten beliebt

Die Studenten schätzen ihn: Mathematik-Professor Bernd Billhardt erhielt auf dem Bewertungsportal für Dozenten von seinen Studenten sehr gute Noten. 100 Prozent empfehlen ihn weiter. Hier hält er gerade eine Vorlesung im Hörsaal I am Hauptcampus. Foto: Koch

Kassel. Liest man sich die Bewertungen auf dem Internetportal „MeinProf.de“ über Professor Bernd Billhardt durch, überschlagen sich die Studenten beinahe mit Lob: „Ich bedanke mich für so eine gute Vorlesung“, „Fair, kompetent, lustig, unser Bernd“, ist dort zu lesen. Insgesamt 268 Bewertungen hat Billhardt bisher auf dem Portal von Studenten erhalten.

Über keinen der 547 dort angegebenen Dozenten aus Kassel wurde häufiger abgestimmt. 100 Prozent der Studenten, die ihre Stimme abgegeben haben, würden den 61-jährigen Professor weiterempfehlen. „Ich war schon überrascht, als ich das gehört habe“, sagt Billhardt, dem einige Studenten in ihren Bewertungen den Spitznamen „Billy“ gegeben haben.

Doch woran liegt das gute Abschneiden? Wahrscheinlich, weil dem Professor die Begeisterung für sein Fach schnell anzumerken ist. „Wenn ich in einer Rechnung etwas beweisen kann, bin ich happy“, sagt er. Und das, obwohl er jedes Jahr immer wieder mit neuen Studenten denselben Stoff durchgeht: Zum Beispiel Integral- und Differenzialrechnung. „Es wird trotzdem nicht langweilig, weil es immer andere Studenten sind“, sagt Billhardt, der unter anderem in Kassel studierte und hier seit 1985 lehrt.

Der Professor ist während seiner Vorlesungen in Bewegung. Er läuft herum, füllt den Raum, wie er sagt. Auf technischen Schnickschnack verzichtet er. Der 61-Jährige rechnet vor den bis zu 450 Ingenieursstudenten, die bei ihm Veranstaltungen in den ersten Semestern besuchen, klassisch an der Tafel. „Nach der Vorlesung bin ich ziemlich mit Kreide eingesaut“, sagt er.

14 Stunden in der Woche unterrichtet er. Probleme habe es ihm nie bereitet, vor vielen Menschen zu reden. Die Atmosphäre sei ausschlaggebend. „Es gibt doch nichts Schlimmeres, als vor der Klasse zu stehen und die mögen sie nicht“, sagt Billhardt. In seinen Vorlesungen versucht er die abschreckende Fachsprache zu vermeiden. Denn auch bei den Studenten aus dem Ingenieurbereich sei Mathe nicht unbedingt eine beliebte Veranstaltung. „Aber da müssen sie durch.“

Das Gerücht, er gebe überwiegend gute Noten und werde deshalb positiv bewertet, gehe bestimmt bei einigen Studenten herum. „Das trifft aber nicht den Kern“, sagt Billhardt, dessen Spezialgebiet in einem Teilgebiet der abstrakten Algebra liegt. Wer sich bemühe, der bekomme Unterstützung. „Ich sage meinen Studenten immer, geht mir auf den Wecker, ich helfe euch.“ Sein Ziel: Die Guten nicht zu langweilen, die etwas Schwächeren nicht zu überfordern. Trotzdem sei es bei ihm nicht leichter oder schwerer als bei anderen. Bei der letzten Matheklausur haben 65 Prozent bestanden.

Was nicht zu unterschätzen sei, ist der Unterhaltungsfaktor während der Vorlesungen. „Ich versuche eine angenehme Atmosphäre zu schaffen“, sagt der verheiratete Familienvater eines erwachsenen Sohnes. Er könne aber auch mal laut werden. „Aber das ist eher selten der Fall.“

Von Max Holscher

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