Biometrische Passbilder von Säuglingen sind Herausforderung

Der Papa darf stützen: Johanna, Vater Boris Naumann, Stimmungsbringer Liselotte und Fotografin Sabine Bethke. Foto: Fischer

Kassel. Seit einigen Tagen benötigt jedes Kind ein eigenes Ausweisdokument. Der bisherige Eintrag im Pass der Eltern ist nicht mehr gültig. Pflicht für den Kinderreisepass ist ein biometrisches Passbild. Die Erstellung ist für Fotografen allerdings manchmal eine große Herausforderung.

„Guck mal Johanna, hier ist die Liselotte!“ - Mit einem kleinen Kuscheltier versuchen die Fotografin Sabine Bethke und ihre Kollegin Rebecca Petri, die tapfere Johanna bei Laune zu halten. Denn ein biometrisches Passfoto von einem Kleinkind zu schießen, ist gar nicht so einfach. Doch seit dem 26. Juni braucht jedes Kind einen eigenen Reisepass und dazu auch ein biometrisches Passfoto. Auf Befehl die Augen offen zu halten und den Mund zu schließen ist für Erwachsene zwar möglich, bei Säuglingen und Kleinkindern gestaltet sich das allerdings um einiges schwieriger. Aber mit Johanna hat die Fotografin Glück.

Das acht Monate alte Kind lässt die Prozedur ohne zu murren über sich ergehen. Im Gegenteil, sie findet sogar Gefallen an dem kleinen Kuscheltier und als ihr ein Lachen über das Gesicht huscht, sagt Sabine Bethke: „Ein Lächeln ist gar kein Problem. Bei Kleinkindern sind die Richtlinien nicht so streng. Die Hauptsache ist, dass die Augen geöffnet sind.“

Einfach süß? Nein, biometrisch. Foto: Bethke/nh

Die Fotografin hat noch andere Methoden auf Lager, um ein gelungenes Foto zu schießen. Bei schlafenden Kindern wird laut mit dem Schlüsselbund geraschelt, und wenn ein Kind weint, dann wird es erst mal von der Mutter getröstet. Wenn man ein bisschen Geduld mitbringt, dann gelingt jedes Passfoto, sagt Sabine Bethke.

Damit das Foto am Ende den Richtlinien der Bundesdruckerei, die die Ausweise herstellt, entspricht, legt die Fotografin eine Schablone auf das fertige Bild. Dabei müssen die Augen nicht zwangsläufig im vorgegebenen Bereich liegen. Auch andere Fotografen haben einige Tricks, um ein möglichst biometrisches Foto zu machen. Vensa Dimitrijevic vom Kasseler Fotostudio Keppler erklärt, dass man die Babys auf einen weißen Hintergrund legen kann, um dann von oben zu fotografieren. Beim Fotografen Lengemann achtet man darauf, dass die Augen auf sind und der Kopf einigermaßen gerade ist.

Richtlinien nicht so streng

Doch Nicolle Wycisk macht deutlich, dass die Richtlinien bei Babys und Kleinkindern nicht ganz so streng gesehen werden. Das weiß man auch im Bürgerbüro der Stadt Kassel, wo die Kinderreisepässe ausgestellt werden. Laut Bundesdruckerei ist bei Babys und Säuglingen keine Frontalaufnahme des Kopfes erforderlich.

Auch beim Gesichtsausdruck und der starren Blickrichtung nach vorn werden die Vorschriften gelockert. Trotzdem müssen Mindestanforderungen erfüllt sein. Von der Kinnspitze bis zum Kopfende (ohne Frisur, falls vorhanden) soll der Kopf zu sehen sein. Abweichungen von 4 bis 5 Millimetern sind erlaubt. Und ein Lächeln auch.

Von Britta Wiesner

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