Neue Behälter erst ab Dezember

Biotonnen sind in Kassel stark gefragt

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Biotonnen auf Abruf: Die Stadtreiniger haben sich bereits mit zusätzlichen Müllbehältern eingedeckt. Der Biomüll wird übrigens in einer Anlage der Stadt Göttingen kompostiert, im Gegenzug (auch um Leerfahrten zu vermeiden) nehmen die Stadtreiniger Sperrmüll aus Niedersachsen mit, der im Kasseler Müllheizkraftwerk verheizt wird.

Kassel. Die neue Abfallsatzung der Stadt Kassel ist zwar noch nicht in Kraft, die Nachfrage nach einer künftig kostenlosen Biotonne ist aber bereits groß. Neu beantragte kostenlose Biotonnen werden ab Dezember ausgeliefert, sagt die Sprecherin der Stadtreiniger, Birgit Knebel.

Geleert werden diese dann ab Januar, wenn die neue Satzung in Kraft ist. Ab Januar 2013 müssen Bioabfälle laut Gesetz getrennt entsorgt werden. Wegen der großen Nachfrage und um den Kunden entgegenzukommen, werde aber bereits ab sofort neben Baum- und Heckenschnitt auch Laub gratis bei den Recyclinghöfen an der Königinhofstraße und der Dittershäuser Straße angenommen, sagt der Betriebsleiter der Stadtreiniger, Gerhard Halm. Ab Januar 2013 können alle kompostierbaren Gartenabfälle (dann auch Gras, Moos und Fallobst) kostenlos bei den Recyclinghöfen abgegeben werden.

Birgit Knebel

Bei den meisten Bürger-Anfragen zu den neuen Müllgebühren geht es um das Thema Biomüll, sagt Birgit Knebel. In einigen Fällen komme es vor, dass sich Grundstückseigentümer eine größere Biotonne wünschen, als das kostenlose Angebot der Stadtreiniger es vorsieht. Nach der neuen Satzung darf die Biotonne lediglich das 1,5-fache Volumen der grauen Restabfall-Tonne haben. Die Mindestgröße ist jeweils 80 Liter. Wer zurzeit zum Beispiel eine 80-Liter-Restabfall-Tonne hat, kann kostenlos zwischen einer 80- und 120-Liter-Biotonne wählen. Wer das bisherige Volumen für den Bioabfall erhöhen will, braucht dies lediglich auf dem Fragebogen, den die Stadtreiniger versenden, zu vermerken. Wer bereits eine Biotonne hat und nichts ändern möchte, braucht nur Blatt 1 des Fragebogens ausfüllen und bis zum 19. September zurückzuschicken.

Alles, was über das 1,5-Fache an Volumen hinausgeht, wird jedoch von den Stadtreinigern extra berechnet. Die Kosten für ein Mehrvolumen der Biotonne von beispielsweise 40 Litern betragen jährlich 24 Euro. Hier ein Beispiel: Ein Grundstücksbesitzer hat einen 80-Liter-Restmüllbehälter und zusätzlich zwei 80-Liter-Biotonnen. In diesem Fall bezahlt er jährlich 226,32 (62,76 Euro Grundgebühr für eine Wohneinheit, 139,56 Euro Leistungsgebühr für die 80-Liter-Restmülltonne inklusive 80 bis 120 Liter Bioabfall-Volumen plus 24 Euro für 40 Liter Extra-Volumen der Biotonne). Bei 80 Liter Mehrvolumen der Biotonne würde man folglich 48 Euro pro Jahr mehr zahlen. Ohne Mehrvolumen zahlt dieser Kunde 202,32 Euro.

Künftig gibt es übrigens nur noch Biotonnen in den Größen 80 und 120 Liter. Zurzeit steht auf 50 bis 60 Prozent der Kasseler Grundstücke eine Biotonne. Wie viele Haushalte es im nächsten Jahr sein werden, lasse sich derzeit noch nicht sagen. Zurzeit laufen die Fragebögen gerade erst zurück. Es ist auch möglich, selbst zu kompostieren, was mit zehn Prozent Abschlag auf die Leistungsgebühr berechnet wird.

Von Martina Heise-Thonicke

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