Staubecken sollen Niederzwehren vor Überflutungen schützen

Biotop und Staubecken: Jürgen Freymuth (KEB-Betriebsleiter, von links), Bürgermeister Jürgen Kaiser (SPD), Ministerin Eva Kühne-Hörmann (CDU) und Ortsvorsteher Harald Böttger (SPD) besichtigen das neue Hochwasserrückhaltebecken „Keilsberg“. Die Flutmulde, durch die der Eselsgraben fließt, umfasst 11 600 Kubikmeter Wasser. Foto:  Schaffner

Kassel. Im Kasseler Stadtteil Niederzwehren sind zwei Hochwasserrückhaltebecken eingeweiht worden. Die Becken „Keilsberg“ mit einem Rückhaltevolumen von 11 600 Kubikmeter Wasser und „Wartekuppe“ (3000 Kubikmeter) sollen die Bewohner vor Hochwasser aus dem Eselsgraben schützen.

Der von Baunatal-Rengershausen kommende Bach hat ein Einzugsgebiet von 342 Hektar und war in der Vergangenheit bei Hochwasser nach starkem Regen und Schneeschmelze vor allem im Bereich Wartekuppe für Überflutungen und nasse Keller verantwortlich. „Noch hatten wir keinen Stresstest, aber die Menschen in Niederzwehren sind jetzt beruhigt“, sagt Ortsvorsteher Harald Böttger (SPD).

Der Hochwasserschutz im Kasseler Süden kostet 1,4 Millionen Euro. 1,1 Millionen Euro davon steuert das Land Hessen bei, den Rest die Stadt. Wissenschaftsministerin Eva Kühne-Hörmann, die stellvertretend für Umweltministerin Lucia Puttrich (beide CDU) an der Einweihung teilnahm, lobte die kurze Bauzeit von vier Monaten sowie den Freizeitwert des begrünten Rückhaltebeckens.

„Das ist Hochwasserschutz, der einen Ausflug wert ist“, sagte die aus Kassel stammende Ministerin. Anstatt riesige Betonwannen zu errichten, hat der Kasseler Entwässerungsbetrieb (KEB) die Flutmulden möglichst naturnah angelegt. So fungiert das Rückhaltebecken „Keilsberg“, das auf dem Gelände einer ehemaligen Wiese den Bachlauf des Eselsgrabens integriert, auch als Biotop.

Laut Detlef Wagner, beim KEB zuständig für die Gewässerunterhaltung, könnten beide Becken ein Hochwasser abfangen, das sich statistisch nur alle 50 Jahre wiederholt.

Bach wird renaturiert

Im kommenden Jahr soll in zwei Bauabschnitten der geradlinige und verrohrte Verlauf des Eselsgrabens zwischen Dittershäuser Straße und Wartekuppe renaturiert werden. Zudem wird die vorhandene Gewässerverrohrung oberhalb der Dennhäuser Straße bis zum Auslauf stillgelegt und stattdessen ebenfalls naturnah angelegt.

375 000 Euro eingeplant

Bislang hat der KEB für diese Bauabschnitte Kosten in Höhe von 375 000 Euro veranschlagt. Der Bau beider Becken hatte aus Sicht der Stadt Priorität. Die niederschlagsreichen Monate stehen schließlich kurz bevor.

Von Sebastian Schaffner

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