Bundestagswahl

Briefwahl-Rekord deutet sich an: Schon 47 000 Anträge in Kassel

Stimmabgabe im Briefwahlbüro: Noch bis zum 24. September ist dies im Kasseler Rathaus möglich.
+
Stimmabgabe im Briefwahlbüro: Noch bis zum 24. September ist dies im Kasseler Rathaus möglich.

Die Briefwahl liegt auch bei der Bundestagswahl voll im Trend. In Kassel sind vor der Wahl am Sonntag, 26. September, schon knapp 47 000 Anträge auf Briefwahl eingegangen.

Kassel - In neun Tagen, am 26. September, ist Bundestagswahl. In Stadt und Landkreis Kassel haben bereits überraschend viele Wahlberechtigte ihre Erst- und Zweitstimme abgegeben. Der Trend zur Briefwahl, der bei der Kommunalwahl feststellbar war, hält unvermindert an. Und er steuert in und um Kassel bei dieser Bundestagswahl auf Rekordwerte zu.

Beispiel Kassel: Nach Angaben von Stadtsprecherin Simone Scharnke liegen zur Bundestagswahl bereits knapp 47 000 Anträge auf Briefwahl vor. Das ist nicht nur im Vergleich zu Zeiten vor der Corona-Pandemie eine erstaunlich hohe Zahl, sondern auch im Vergleich zur Kommunalwahl, bei der durch Kumulieren und Panaschieren deutlich mehr Stimmen für die Kandidaten diverser Gremien abgegeben werden konnten.

Bei der Bundestagswahl 2017 waren laut Scharnke in der Stadt Kassel insgesamt 29 300 Briefwähler gezählt worden. Bei der Kommunalwahl im März waren es 42 565 Briefwähler bei 48 284 zuvor gestellten Anträgen. Da in Kassel mehr als eine Woche vor dem Wahltag bereits 47 000 Anträge vorliegen, könnte diese Zahl bei der Bundestagswahl noch übertroffen werden.

Der Trend zur Briefwahl zeigt sich bei der Bundestagswahl auch in Städten und Gemeinden des Kreises. In Baunatal sind bislang rund 7700 Anträge registriert worden. Das seien schon 1300 mehr als bei der Kommunalwahl insgesamt, berichtet Stadtsprecherin Susanne Bräutigam. Ähnlich in Vellmar: Bis Donnerstag gingen 5234 Anträge auf Briefwahl ein, bei der Kommunalwahl waren es insgesamt 3580 Briefwähler. „Die Tendenz zur Briefwahl ist also auch in Vellmar stark angestiegen“, sagt Stadtsprecherin Astrid Kneuer.

In der Gemeinde Lohfelden liegen bereits rund 3800 Anträge auf Briefwahl vor, berichtet Büro- und Gemeindewahlleiter Kai Hast. Bei der Kommunalwahl hätten rund 3500 Wahlberechtigte die Briefwahl beantragt, 3104 Briefwähler seien schließlich in Lohfelden gezählt worden.

Er habe mit dieser großen Zahl an Briefwählern zur Bundestagswahl gerechnet, sagt Kai Hast. Einerseits hätten die Menschen wegen der Pandemie noch immer Sorge, öffentliche Räume wie Wahllokale aufzusuchen. Andererseits hätten viele Menschen bei der Kommunalwahl positive Erfahrungen mit der Briefwahl gemacht. Deshalb würden sie auch jetzt wieder auf diese Art und Weise ihre Stimmen abgeben, so der Gemeindewahlleiter.

Wer zur Bundestagswahl am Sonntag, 26. September, seine Stimmen nicht in einem Wahllokal abgeben will und deshalb Briefwahl beantragen möchte, muss die Fristen beachten. Briefwahl-Anträge per Post, E-Mail oder online sollten nach Angaben der Stadt Kassel bis spätestens Sonntag, 19. September, gestellt werden, damit die Briefwahlunterlagen rechtzeitig per Post bei den Antragsstellern ankommen und termingerecht zurückgesandt werden können. 

Persönlich können Briefwahlanträge im Briefwahlbüro (Bürgersaal) bis Freitag, 24. September, 18 Uhr, gestellt werden. Dort kann direkt gewählt werden, auch eine Mitnahme der Unterlagen ist möglich. Das Büro ist bis 24. September geöffnet – und zwar montags, dienstags und donnerstags von 8 bis 16 Uhr, mittwochs von 8 bis 18 Uhr, freitags von 8 bis 12.30 Uhr und samstags von 9 bis 12 Uhr. Am Freitag, 24. September, öffnet das Briefwahlbüro noch von 8 bis 18 Uhr. Um Wartezeiten zu vermeiden, wird empfohlen, vorab auf kassel.de/briefwahlbuero oder unter 0561 / 787 8510 einen Besuchstermin zu vereinbaren.

Die Wahlbriefe müssen spätestens bis zum Wahltag am 26. September um 18 Uhr im Rathaus eingegangen sein. Wahlbriefe, die nach 18 Uhr eingehen, werden nicht geöffnet, die Stimmen damit nicht gezählt. „Der Absender trägt die Verantwortung dafür, dass der Brief rechtzeitig vorliegt“, betont die Stadt.

Wer persönlich wählen möchte – ob im Briefwahlbüro oder am Wahlsonntag im Wahllokal – benötigt seinen Personalausweis oder Reisepass. Die Wahlbenachrichtigung sollte ebenfalls mitgebracht werden.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.