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Zu günstig, um wahr zu sein: Worauf Käufer aus Kassel beim Online-Shopping achten sollten

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Von: Anna-Laura Weyh

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Die Zahl der Online-Betrugsfälle nimmt weiter zu. Symbol
Die Zahl der Online-Betrugsfälle nimmt weiter zu. © imago/photothek

Die Schnäppchen-Jagd hat begonnen. Heute, 26. November, ist Black Friday und das heißt: Rabatte, so weit das Auge reicht, auch im Internet. Was ist beim Online-Shoppen zu beachten?

Kassel – Der Black Friday ist in vollem Gang, doch aufgepasst, die Zahl an Online-Betrugsfällen nimmt stetig zu, sagt Aniane Emde vom Polizeipräsidium Nordhessen.

Warum werden immer mehr Käufer zum Opfer von Online-Betrügern?

Insgesamt kaufen viel mehr Menschen im Internet ein als noch vor einigen Jahren, sagt Emde. „Durch die Corona-Pandemie hat sich die Zahl der Online-Einkäufe besonders erhöht“, sagt die Kriminalhauptkommissarin. Aber auch die Anzahl an Fake-Shops nehme zu.

Was sind Fake-Shops?

Das System eines Fake-Shops (engl. für falsches Geschäft) bestehe darin, dass der Käufer die vermeintlich bestellte Ware vorab bezahle, und die Ware vom betrügerischen Anbieter aber niemals ausgeliefert wird.

Was können Käufer tun, um sich vor solchen Online-Fallen zu schützen?

Käufer sollten auf realistische Angebote achten, die mit dem Wert des Produkts übereinstimmen, sagt Emde. „Wenn der Preis zu günstig ist, sollte man es lieber lassen“, sagt sie.

Aniane Emde
Aniane Emde © Aniane Emde/Polizei Nordhessen

Wenn die Käufer auf einen unbekannten Händler stoßen, rät die Kriminalhauptkommissarin, sich zunächst über ihn zu informieren. „Man kann den Namen des Händlers googeln oder auch bei Verbraucherzentralen nach Warnhinweisen suchen“, sagt Emde.

Ein Gütesiegel für Online-Shops sei ein verlässliches Zeichen für einen seriösen Anbieter, aber: „Manche Händler kopieren sich die Siegel einfach auf ihre Internetseite“, warnt sie.

Käufer sollten das Zertifikat unbedingt auf der Internetseite des Gütesiegels gegenprüfen. Ein weiteres Indiz für einen Fake-Shop: Mehrere Zahlungsmöglichkeiten werden angekündigt, doch am Ende funktioniert nur die Vorkasse.

Welche sicheren Bezahlmethoden gibt es beim Online-Shopping?

Die Polizei rät zum Kauf auf Rechnung, da die Ware dabei erst nach Erhalt bezahlt werde. „Wir empfehlen aber auch die Bezahlung per Lastschrift oder per Kreditkarte“, sagt Emde.

So hat der Käufer die Möglichkeit, das Geld bei Nichterhalt des Produkts zurückzufordern.

Wie können sich Käufer vor Abofallen schützen?

Ein Käufer muss eindeutig darauf hingewiesen werden, dass er etwas käuflich erwirbt oder abonniert, sagt Emde. Daran halte sich nicht jeder. „Vor allem auf Smartphones verbergen sich immer wieder versteckte Abofallen“, sagt die Kriminalhauptkommissarin.

„Man schließt ein Werbefenster und hat im Hintergrund schon einem Abo zugestimmt.“ Oft wird das Geld dafür über die Mobilfunkrechnung eingezogen. Der beste Schutz dagegen sei eine Drittanbietersperre.

Die verhindere, dass jemand anderes als der Mobilfunkanbieter Geld über diesen Zahlungsweg einziehen darf. „Das funktioniert bei jedem Anbieter anders. Am besten, man informiert sich direkt bei einem Ansprechpartner“, sagt Emde.

Der Fake-Shop-Detector schützt beim Online-Shopping. Wie funktioniert er?

Der Fake-Shop-Detector aus Österreich ist eine Browsererweiterung für Google Chrome, Mozilla Firefox und Microsoft Edge. Im Hintergrund prüft er während des Online-Shoppings die Internetseiten, auf denen sich der Käufer befindet, erklärt Emde.

„Der Käufer wird dann rechtzeitig vor betrügerischen Online-Shops gewarnt“, sagt sie. Der Fake-Shop-Detector stecke momentan noch in der Entwicklung. „Er eignet sich aber auch jetzt schon zur Unterstützung beim Einkaufen im Internet“, sagt Emde. (Anna Weyh)

Weitere Informationen und Download des Fake-Shop-Detectors auf fakeshop.at

Veranstaltungshinweis

Das Polizeipräsidium Nordhessen bietet in Zusammenarbeit mit den nordhessischen Volkshochschulen sowie weiteren regionalen Netzwerkpartnern eine Vortragsreihe zum Thema Sicherheit im Internet an. Der Vortrag „Sicher durch die Weihnachtszeit“ findet am Montag, 6. Dezember, von 18 bis 20 Uhr statt. Die Teilnahme ist kostenlos. Eine Anmeldung ist erforderlich unter vhs-nordhessen.de

Nicht nur auf Fake-Shops auch auf Fake-Deals zum Black Friday sollten Kunden achten - denn nicht jedes Angebot ist auch wirklich ein Schnäppchen. Das sind die Tops und Flops der Schnäppchenjäger am Black Friday.

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