Katzenskulptur vorm Regierungspräsidium ist nun in Bremen zu sehen

Kassel. Die blaue Katze, die jahrelang vor dem Regierungspräsidium am Steinweg stand, ist weg: mit einem Kran verladen und auf dem Weg zu einer Skulpturenausstellung der Künstlerin Carin Grudda in Bremen. Dort soll die „Blau Miau“ bis September vor dem Staatstheater auf Betrachter und Passanten blicken.

An ihren angestammten Platz in Kassel wird die fast vier Meter hohe Bronzeskulptur wohl nicht mehr zurückkehren. „Sie war als Leihgabe gedacht“, sagt der Ehemann der aus Gudensberg stammenden Künstlerin, die sich derzeit in ihrem Skulpturengarten in Lingueglietta bei Imperia in Italien aufhält. Endlos könne man sich es aber nicht leisten, das Kunstwerk zu verleihen. Den Wert der Skulptur beziffert Gerberding auf rund 100.000 Euro.

Das Regierungspräsidium habe sich bemüht, Sponsoren für einen Ankauf zu finden, sagt Sprecher Michael Conrad: „Wir wissen, wie beliebt die Blau Miau ist und wir werden sie vermissen.“ Das Regierungspräsidium könne den Ankauf jedoch nicht finanzieren, sagte er auch vor dem Hintergrund von Personaleinsparungen.

Die „Blau Miau“ aus Kassel ist eine von vier Katzen-Skulpturen, die Carin Grudda in der italinierischen Gießerei Caporrella gießen ließ. Mit einem besonderen Verfahren patinierte die Künstlerin, die an der Kasseler Herderschule 1973 Abitur gemacht hat, die hohle und rund 1300 Kilogramm schwere Figur in blauer Farbe. „Hier wird der Mensch zur Maus“, hatte Carin Grudda einmal den Perspektivwechsel beim Betrachten der monumentalen Tierskulptur kommentiert.

Eine der blauen Katzen ist in Rom zu sehen. 2011 war die international beachtete Künstlerin aus Nordhessen auch auf der Biennale in Venedig vertreten. Viele ihrer Werke sind auch in ihrer Heimatstadt Gudensberg geblieben. Sollte es kein Zurück für die „Blau Miau“ nach Kassel geben, so ist doch ihre Pegasus-Skulptur vor dem EAM-Gebäude (ehemals Eon) an der Druseltalstraße weiterhin zu bewundern.

Bilder vom Abtransport

"Blau Miau" verlässt Kassel - Bei Ausstellung in Bremen zu sehen

Im vergangenen Jahr war bereits die „Wachstation des Denkens gegen illegale Gewalt“ von dem Rasen vor dem Regierungspräsidium verschwunden, die dort ebenfalls seit 2006 stand. Der documenta-Künstlers Anatol hatte das bis dahin unvollständige „Anatol-Häuschen“ an seinen Wohnort am Niederrhein geholt. Hier warteten bereits die beiden dazu gehörigen überlebensgroße Wächterfiguren. Das Kunstwerk steht heute in der ehemaligen Dujardin-Fabrik in Moers-Kapellen.

Die Grünfläche vor dem RP indes ist nunmehr wieder eine kunstfreie Zone.

Rubriklistenbild: © Koch

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