Auch Tiere in Kassel

Blaue Biene breitet sich durch Klimawandel aus: Insekt wird in Nordhessen sesshaft

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Blaue Biene in Kassel beobachtet: Beeindruckende Aufnahmen: Dieses Foto hat Thomas Köhler von den Holzbienen in seinem Garten geschossen.

Die Blaue Biene breitet sich in Nordhessen aus. Grund ist der Klimawandel. Auch in Kassel wurde sie beobachtet.

  • Die Blaue Biene wird in Nordhessen sesshaft.
  • Auch in Gärten in Kassel wurde das Tier bereits beobachtet.
  • Wegen des Klimawandels wandert sie immer weiter Richtung Norden.

Eine blaue Biene, wo gibt’s denn so was? Inzwischen auch in Kassel. Denn die Große Blaue Holzbiene, deren Körper eher schwarz, aber deren Flügel bläulich sind, ist mittlerweile in Nordhessen sesshaft geworden.

Auch in den Gärten von zwei Kasselern wurde sie nun beobachtet. Dabei stammt sie ursprünglich aus dem mediterranen Raum und breitet sich aufgrund der Klimaerwärmung immer weiter in Richtung Norden aus.

Kassel (Nordhessen): Mann sichtet Blaue Biene in seinem Garten

Als Volker Lange die ungewöhnlich große Biene mit ihrem dunkel schimmernden Körper kürzlich in seinem Garten in Kirchditmold entdeckte, war er verblüfft. Er hatte das Tier nie zuvor gesehen, das sich besonders für seinen großen Rosmarin zu interessieren schien. Der Abteilungsleiter beim städtischen Gartenamt machte ein Foto und schickte es einem befreundeten Biologen. Der klärte ihn auf.

Will die Bienen anlocken: Hobbyfotograf Thomas Köhler vor seinen Insektenhotels. 

„Die letzten warmen Sommer haben die Ausbreitung der Art offenbar begünstigt, die bislang vor allem in Süddeutschland zu beobachten war“, sagt Lange. Für die Fortpflanzung brauche die Biene Totholz. Davon habe er jede Menge im Garten. „Viele Gärten sind leider keine Gärten mehr, sondern sie werden totgepflegt. Das sind dann eher grüne Wohnzimmer“, sagt Lange.

Blaue Biene in Nordhessen: Gartenbesitzer in Kassel können Insekten helfen

Dabei könnten Gartenbesitzer viel für die Biodiversität tun. Beerensträucher, Obstbäume und andere Nährpflanzen – wie Lavendel oder Blauregen – seien für Bienen geeignet. Altholzhaufen und Trockenmauern seien ideale Lebensräume für Insekten.

Thomas Köhler aus Bettenhausen hat seinen Garten in eine Art Luxusressort für Insekten verwandelt. Es gibt Insektenhotels, jede Menge altes Holz und ein breites Pollen- und Nektarangebot. Der Naturfotograf aus der Eichwaldsiedlung hat den Gabentisch nicht ganz uneigennützig für seine geflügelten Freunde ausgebreitet: Denn so gelingen ihm viele beeindruckende Fotografien von den brummenden und summenden Wesen. 

Blaue Biene in Gärten in Kassel: Holzklötze können Tieren beim Überwintern helfen

Auch drei Holzbienen – zwei Weibchen und ein Männchen – fühlen sich bei ihm im Garten wohl. Er hat sie im vergangenen Jahr zum ersten Mal wahrgenommen. 

„Meistens sitzen sie im Mauerwerk meines Hauses“, sagt er. Schon mehrfach hat er mögliche Brutstätten für die Holzbienen präpariert. „Die Holzbienen schauen sich alles an, aber offenbar gefällt ihnen noch nichts so richtig“, sagt Köhler etwas enttäuscht. Nun setzt er seine Hoffnung in einen Holzklotz, in den er ein Loch mit 16 Millimeter Durchmesser gebohrt hat. Er hofft, dass die Bienen bei ihm sesshaft werden und in seinem Garten auch überwintern.

Von Bastian Ludwig

Wie Bienen den Winter überstehen können, erklärt ein Imker aus Ahnatel im Kreis Kassel. 

Auch eine Spaziergänger gelang in Fuldabrück eine spannende Beobachtung: Er fotografierte zwei Biber an der Fulda im Kreis Kassel.

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