In Texten und Bildern

Wesertor vor dem Zweiten Weltkrieg: Zwölf Tafeln erzählen die Geschichte

Bürgergarten: Privatleute, Vereine und Ausländerbeirat haben die Pflanzen gespendet.

Wesertor. Das Quartier im heutigen Stadtteil Wesertor hatte vor dem Zweiten Weltkrieg, der viele Straßenzüge in Trümmerlandschaften verwandelte, ein ganz anderes Gesicht: Enge Gassen schlängelten sich zwischen Katzensprung und Weserspitze, Karlshospital und Zeughaus waren noch keine Ruinen.

Auf zwölf Tafeln an mehreren historischen Standorten wird die Geschichte des Wesertors wieder lebendig. Der Historiker Christian Bruno Klobuczynski und Sozialdezernent Dr. Jürgen Barthel präsentierten jetzt die verglasten Aluminiumstelen, die mit viel Text und mit zahlreichen historischen Bildern die alten Kasseler Festungswerke am Werder, die Lohgerberhäuser und Bleichen oder die frühere Artillerie-Kaserne anschaulich beschreiben.

Klobuczynski, Leiter des Instituts für angewandte Biografie- und Familienforschung (IBF), Wesertor-Bewohner in der vierten Generation und CDU-Ortsbeiratsmitglied, hatte das Konzept für die Erinnerungstafeln im Rahmen des Bund-Länder-Programms Soziale Stadt entwickelt. Die Stadt hat laut Stadtteilmanagerin Sandra Lüning 18 000 Euro in das Projekt investiert. Es sei gleichermaßen „ein Signal des Erinnerns und Aufbruchs sowie ein schöner Beitrag zum Stadtjubiläum im kommenden Jahr“, sagte Barthel bei der Präsentation der Tafeln.

Er hoffe, dass die Besucher der Erinnerungstafeln lernen, dass der Stadtteil nicht nur soziale Brennpunkte, sondern auch tolle historische Anlagen habe, sagte Klobuczynski. Dazu zählt er die Festungsanlage und das Vorwerk zwischen Fulda und Losse. Der Historiker wünscht sich noch, dass die Stadt für eine Beleuchtung der Festungsmauer sorgt.

Die Pflege und Reinigung der Tafeln übernimmt das Diakonische Werk Kassel im Rahmen seines Beschäftigungsprojekts Sprungbrett. Zu den Standorten der Stelen werde es Führungen geben, kündigte Barthel an.

Bürgergarten

Klobuczynski wünscht sich, dass die Grünanlage zwischen den Festungsmauern am Katzensprung ein Bürgergarten wird. Alte, mehrere 100 Jahre alte Pläne zeigten, dass die Festungsfreifläche wahrscheinlich in Friedenszeiten als öffentlicher Garten genutzt wurde. Ein Anfang ist schon gemacht worden. Bürger und Vereine haben Zierpflanzen gespendet, die den Weg am Finkenherd verschönern. (pdi)

Info zu historischen Stadtteilspaziergängen: Stadtteilbüro Wesertor, Tel. 0561/8 07 53 37, stadtteilbuero@kassel-wesertor.de

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