Internationaler Kongress zu Leben und Werk der Brüder Grimm im Dezember

Blick auf die Märchenbrüder

Berühmte Brüder: Die Märchen von Jacob und Wilhelm Grimm sind Thema eines Kongresses an der Uni Kassel. Foto: privat/nh

Kassel. 200 Jahre Grimms Märchen: Am 20. Dezember 1812 erschien die Erstausgabe der „Kinder- und Hausmärchen“ – die weltweit wohl bekannteste Märchensammlung des 19. Jahrhunderts. So wird denn das kommende Jahr ganz im Zeichen der berühmten Märchenbrüder stehen, die unter anderem in Kassel lebten und wirkten.

Aus Anlass des Jubiläums findet vom 17. bis 20. Dezember ein internationaler Kongress zu Leben und Werk der Brüder Grimm an der Universität Kassel statt. Erwartet werden 150 Wissenschaftler und ebenso viele Besucher aus aller Welt, die unter dem Titel „Märchen, Mythen und Moderne? 200 Jahre Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm“ diskutieren werden. Der Kongress wird nicht nur dem Fachpublikum, sondern auch interessierten Laien offenstehen.

Wissenschaftler werden sich während der viertägigen Konferenz mit den Forschungen der Brüder Grimm in ihrer ganzen Breite befassen, sagt Kongresspräsidentin Prof. Dr. Claudia Brinker-von der Heyde: Jacob und Wilhelm Grimm seien nicht nur als Sammler, Bearbeiter und Herausgeber von Märchen tätig gewesen, sondern sammelten auch Sagen, Schwänke, Legenden und Tierepen, gaben Literatur- und Rechtsdenkmäler der Vergangenheit heraus und waren als Mythenforscher, Sprachhistoriker und Dialektforscher aktiv, listet Brinker-von der Heyde auf: „Nicht zuletzt begründeten sie mit dem Deutschen Wörterbuch ein Monumentalwerk der Germanistik, das größte und umfassendste Wörterbuch zur deutschen Sprache.“

Dass die Brüder Grimm in vielerlei Hinsicht als Wegbereiter gewirkt haben, betont auch Prof. Dr. Holger Ehrhardt, Leiter des Fachgebiets Werk und Wirkung der Brüder Grimm an der Uni Kassel: „Sie haben der Wissenschaft Impulse gegeben.“

Die Konferenz will sich mit zahlreichen Aspekten der Märchen befassen, von den Quellen über ihre Poetik und Psychologie bis hin zur aktuellen Rezeption in Hollywood-Filmen. Darüber hinaus geht es um die Biografien von Jacob und Wilhelm Grimm, ihren Einfluss auf die frühe germanistische Forschung, auf Sprachwissenschaft und mythologische Fragestellungen.

Erwartet werden auch prominente Teilnehmer wie der Psychoanalytiker und Schriftsteller Eugen Drewermann. Er referiert zum Thema „Bilder gelebter Menschlichkeit oder wie Gott durch die Grimmschen Märchen geht“. Bundestagsvizepräsident Wolfgang Thierse spricht über „Sprachenvielfalt und kulturelle Identität im europäischen Raum“. (abe)

Mehr zum Programm auf www.uni-kassel.de/projekte/brueder-grimm-kongress-2012

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