Prof. Overwien untersucht den Nutzen von Auslandsaufenthalten

Wertvolle Erfahrungen: Ein Master im Ausland - hier Studenten in Lincoln in der englischen Region East Midlands - nimmt viel Vorbereitungszeit in Anspruch. Archivfoto: dpa

Kassel. Um eine fremde Sprache besser erlernen zu können, sind bei Schülern und Studenten Auslandsaufenthalte sehr gefragt. Und auch Arbeitgeber sehen es gern, wenn sich im Lebenslauf eines Bewerbers eine Auslandsstation findet.

Doch warum eigentlich? Welche Fähigkeiten und Schlüsselqualifikationen Menschen im Ausland erwerben und wie man diese messen kann, will jetzt das Projekt „Vilma“ im Fachbereich Politikwissenschaft an der Uni Kassel untersuchen.

Ziel des von der Europäischen Kommission mit 300 000 Euro geförderten Projekts ist die Entwicklung eines Messungs- und Bewertungssystems für Kompetenzen, die ein Mensch während eines längeren Auslandaufenthaltes erwirbt.

„Viele Menschen machen während eines Auslandsaufenthaltes wertvolle Erfahrungen“, sagt Bernd Overwien, Professor für Didaktik der politischen Bildung an der Uni Kassel. „Die verbesserten Sprachkenntnisse sind da nur ein Aspekt. Das Kennenlernen eines fremden Kulturkreises stellt uns vor ganz neue Herausforderungen und erweitert unseren Horizont.“ Einen besonderen Stellenwert nähmen vor allem soziale Kompetenzen ein. „Im interkulturellen Austausch kommt es schon mal zu Missverständnissen. Aber es stärkt die eigene Persönlichkeit, wenn man lernt, auch mit ungewohnten Situationen umzugehen“, sagt Overwien.

Mit unterschiedlichen Methoden wie dem Ausfüllen von Fragebögen oder dem Führen eines Lerntagebuches während ihres Aufenthaltes sollen Teilnehmer verschiedener Austauschprogramme ihre Lernerfahrungen beschreiben. Neben dem Fachgebiet Didaktik der Politischen Bildung im Fachbereich Gesellschaftswissenschaften als deutscher Vertreter sind verschiedene Bildungseinrichtungen in Österreich, Belgien, Spanien, Italien, Malta und Frankreich an dem Projekt beteiligt.

„Wir stehen im ständigen Austausch mit unseren Projektpartnern, die Auslandsaufenthalte anbieten und begleiten“, sagt Jutta List-Ivankovic, wissenschaftliche Mitarbeiterin des Fachbereichs. Auslandsaufenthalte seien für die Persönlichkeitsentwicklung und das berufliche Profil wichtig. Es fänden Lernprozesse statt, die für das Leben in Europa, der Welt und in einer multikulturellen Gesellschaft wertvoll seien.

Von Krisin Dowe

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