Blindgänger in der Aue? Kampfmittelräumdienst überprüft Parkgelände

Suche nach Blindgängern aus dem 2. Weltkrieg: Dieter Brunner (links) und Christoph Pleyer vom Kampfmittelräumdienst arbeiten sich mit ihrem Detektionsgerät systematisch durch die Karlsaue. 2 Fotos:  Schachtschneider

Kassel. In der Karlsaue suchen Mitarbeiter des Kampfmittelräumdienstes nach Bomben aus dem Zweiten Weltkrieg. „Damit muss man hier immer rechnen", sagt Dieter Brunner von der mit der Suche beauftragten Firma Tauber. Bisher gibt es allerdings keine konkreten Anhaltspunkte.

Eine Gefährdung für Spaziergänger schließen die Fachleute aus. Auftraggeber für die Bombensuche ist die Museumslandschaft Hessen Kassel, die für den Park zuständig ist.

Einige Bäume werden gefällt 

„Einige große Bäume müssen gefällt werden, weil sie nicht mehr standsicher sind“, sagt MHK-Sprecherin Lena Pralle. Bevor die Arbeiten beginnen, wird der Boden im Umfeld der Bäume untersucht. Durch den Aufprall beim Fällen könnten Blindgänger getroffen und im schlimmsten Fall eine Detonation ausgelöst werden.

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„Für uns ist das Routine, wir sind häufiger in Kassel“, sagt Gerhard Gossens, der Leiter des Kampfmittelräumdienstes beim Regierungspräsidium Darmstadt. Das ist in ganz Hessen für die Suche nach Bomben und deren Entschärfung zuständig.

Wer schon einmal Bilder von der stark beschädigten Orangerie oder dem alten preußischen Staatstheater gesehen hat, kann die Vorsichtsmaßnahmen nachvollziehen. Allein in der Bombennacht vom 22. Oktober 1943 fielen mehr als 400 000 Bomben auf Kassel. Bei fast jeder größeren Bauaktivität im Stadtgebiet wurden Blindgänger gefunden.

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Zuletzt war das bei den Arbeiten am neuen Auebad der Fall. Doch selbst in der Söhre wurden schon gefährliche Relikte aus dem Krieg gefunden. Beim Bau der neuen Windräder haben Dieter Brunner und seine Kollegen eine 15 Kilogramm schwere Phosphorbombe unschädlich gemacht.

Bei der Suche verwenden die Kampfmittelräumer ein so genanntes Detektionsgerät, das auf metallische Gegenstände im Boden reagiert. In der Aue hat Brunner bislang vier Verdachtsflächen dokumentiert. Die werde er sich noch einmal genauer anschauen, sagt er. Wahrscheinlich seien das nur alte Rohre und Leitungen. Vorsichtshalber werden aber an den Verdachtsstellen Löcher gegraben.

Von Thomas Siemon

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