Am Sonntag TV-Beitrag über Pannengeräte

Kaiser spricht von Einzelfall bei Blitzerfotos - TV-Sendung über Pannen

Stationäre Blitzer in Kassel: Die unendliche Geschichte geht weiter.

Kassel. Wer hat die fehlerhaften Fotos aus den Kasseler Pannen-Blitzern weiterverarbeitet, welchen Anteil daran haben Mitarbeiter des Ordnungsamts oder der inzwischen gekündigte private Dienstleister? Viele Fragen bleiben offen. Am Sonntagabend ab 18 Uhr berichtet nun auch der HR über das Thema.

"Darüber gibt es bisher widersprüchliche Angaben“, sagt der Kasseler Verkehrsjurist Dr. Bernd Stein in Bezug auf die offenen Fragen. Er kritisiert, dass das Rathaus nach wie vor nicht offenlege, was genau im Vertrag der Stadt mit dieser Firma steht.

„Wer immer es gemacht hat“, so Stein, hätte nicht übersehen dürfen, dass etliche Fotos wegen eines teilweise unleserlichen Messfeldes nicht hätten verwendet werden dürfen: „So etwas darf man nicht einfach so rausschicken.“ In diesem Sinn werden sich Stein und sein Juristenkollege Thomas Jung auch in der HR-Sendung Defacto äußern, die sich am Sonntagabend ab 18 Uhr in einem TV-Beitrag mit der Kasseler Blitzeraffäre beschäftigt.

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Die Stadt Kassel erklärt den Vorgang der Fotoverarbeitung in einer Pressemitteilung vom Freitag so: Die Bilder in den inzwischen abgeschalteten Blitzern wurden auf Filmmaterial aufgenommen, das von der Dienstleisterfirma chemisch entwickelt, dann digitalisiert und auf CD gespeichert wurde. Mitarbeiter des Ordnungsamts hätten dann die Digitalfotos ausgewertet. „Um die Fehlerquelle einzugrenzen“, würden derzeit die digitalisierten Bilder mit den Originalen vom Film abgeglichen. „So soll herausgefunden werden, ob die Dateneinblendung bereits bei der Aufnahme auf den Film abgeschnitten war, oder ob dies erst bei der Digitalisierung geschehen ist“, ließ Ordnungsdezernent Jürgen Kaiser mitteilen.

Vermutlich mit Bezug auf die geplante HR-Sendung sagte Kaiser, er habe keine Hinweise darauf, „dass es – wie in den vergangenen Tagen von Journalisten gemutmaßt – fehlerhafte Bilder im drei- bis vierstelligen Bereich gibt“.

Nach derzeitigem Kenntnisstand sei „in einem von 4000 Fällen“ einem Mitarbeiter des Ordnungsamts ein Fehler unterlaufen. Wegen des unten abgeschnittenen Datenfeldes könne es sein, dass der Gerätecode OEE (er steht für eine automatisch annullierte Messung) als 066 interpretiert worden sei, was für 66 Stundenkilometer in einer Tempo-30-Zone stünde.

Insgesamt 47 abgeschnittene Bilder seien vom Ordnungsamt als verwertbar eingestuft worden, „da sich die gemessene Geschwindigkeit trotz der abgeschnittenen Datenanzeige eindeutig identifizieren ließ“. (asz)

Von Axel Schwarz

Archivvideo: Neue Blitzer in Kassel

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