Blut hilft Tumorpatienten - Spende wichtig

Kassel. Diese Zahl ist erstaunlich: 19 Prozent und damit der größte Teil der Empfänger von Blutkonserven sind Krebspatienten. Jede Woche erhalten allein im Klinikum Kassel im Schnitt zehn Tumorpatienten in der Onkologischen Klinik des Klinikums eine Bluttransfusion.

Seit eineinhalb Jahren gehört eine 40-jährige Patientin dazu, die zurzeit auf ihre zweite Knochenmark-Transplantation wartet. „Ohne die Bluttransfusionen hätte sie diese Zeit nicht überlebt“, sagt Klinikdirektor Prof. Dr. Martin Wolf. Er ist zuversichtlich, dass die verheiratete Mutter dreier Kinder nach der erneuten Transplantation gesund wird.

Die Patientin hatte eine Leukämie-Erkrankung (Blutkrebs), die nach der ersten Transplantation von Knochenmark ihres Bruders ausgeheilt ist. Doch die Behandlung war nur zum Teil erfolgreich, denn das Knochenmark wurde von ihrem Körper nicht angenommen, und ihr eigenes Knochenmark produziert nicht genügend Blut. Deshalb ist die Patientin bis zur nächsten, kurz bevorstehenden Knochenmark-Transplantation eines anderen Spenders auf Blutkonserven angewiesen. Die Heilungsraten einer solchen Transplantation seien - vor allem bei jüngeren Patienten - gut, sagt Wolf.

Zwölf Liter Blut im Jahr

Unter den Patienten der Medizinischen Klinik IV für Onkologie, Hämatologie und Immunologie sind solche, die schon um die 100 Transfusionen erhalten haben. Häufig seien dies im Einzelfall etwa zwölf Liter an Blutkonserven im Jahr, erläutert Wolf.

In der Regel seien es Patienten mit Knochenmarks- und Blutkrebserkrankungen, deren Knochenmark nicht mehr genügend Blut produziert. Wenn eine Leukämie beispielsweise nicht ganz ausheilt, kann es sein, dass zwar die Krebserkrankung besiegt ist, jedoch ein Myelodysplastisches Syndrom (MSD), eine Reifestörung des Knochenmarks, zurückbleibt. Ein solches Syndrom könne aber einer Leukämie auch lange vorausgehen, infolge einer Knochenmarksschädigung zum Beispiel durch Strahlen oder Gifte.

Manche dieser Patienten brauchen jede Woche, manche aber auch nur alle sechs bis acht Wochen eine Bluttransfusion, erläutert Wolf. Auch im Rahmen der Behandlung einer Krebserkrankung kann es sein, dass vorübergehend Blutkonserven benötigt werden. So kann während einer Chemotherapie die Blutzellbildung unterdrückt sein. In solchen Fällen brauche der Patient meist Thrombozyten (Blutplättchen, die für die Blutgerinnung gebraucht werden), sagt der Institutsleiter des DRK-Blutspendedienstes in Kassel, Dr. Gerhard Holzberger. Da diese Blutprodukte nur vier bis fünf Tage haltbar sind, sei es wichtig, dass regelmäßig Blutspenden eingehen.

Von Martina Heise-Thonicke

Rubriklistenbild: © dpa

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