Blutiges Ende einer Beziehung

Beziehungsdrama am Jungfernkopf: Nachbarn sind schockiert

Kassel. Es ist offenbar das traurige Ende einer Beziehung, die eigentlich schon vor einem halben Jahr beendet worden sein soll. „Alle Indizien sprechen für eine Beziehungstat“, sagt Polizeisprecher Wolfgang Jungnitsch am Freitagvormittag am Tatort: ein Haus an der Wegmannstraße im Kasseler Stadtteil Jungfernkopf.

In der Erdgeschosswohnung soll ein 54-jähriger Mann aus Kassel am Donnerstagabend seine 50-jährige Exfreundin mit mehreren Messerstichen in den Oberkörper lebensgefährlich verletzt haben. Laut Polizei hatte sich das Paar etwa vor einem halben Jahr getrennt. In der Wohnung soll die Frau mit ihrer 22-jährigen Tochter gelebt haben.

Lesen Sie auch:

- Mann versuchte, Ex-Freundin zu töten

- Auto prallt auf Betonpfeiler: Fahrer wird schwer verletzt

Die junge Frau habe ihre Mutter um 19.20 Uhr mit lebensgefährlichen Verletzungen gefunden. Das Opfer sei noch ansprechbar gewesen und habe gesagt, dass ihr früherer Partner sie angegriffen habe, sagt Jungnitsch. Anschließend habe die Frau das Bewusstsein verloren. Die Tochter rief Hilfe.

Erst wurde die Frau am Tatort und dann in einem Kasseler Krankenhaus behandelt. Noch in der Nacht zum Freitag wurde sie nach Marburg verlegt. Am Freitagmittag wurde ihr aktueller Gesundheitszustand als stabil bezeichnet. Allerdings sei sie nicht bei Bewusstsein und könne daher noch nicht zum Tatgeschehen befragt werden, sagt Jungnitsch.

Am Donnerstagabend dauerte es nicht lange, bis die Kasseler Kriminalpolizei, die ein Ermittlungsverfahren wegen eines versuchten Tötungsdelikts aufgenommen hat, auf die Spur des Tatverdächtigen kam. Um kurz vor 20 Uhr teilte die Feuerwehr der Polizei mit, dass es auf der Marie-Curie-Straße unter einer Autobahnbrücke der A 49 einen schweren Unfall gegeben habe.

Zeugen hatten geschildert, dass ein Mann, der mit einem Auto in Richtung Lohfelden unterwegs war, ohne ersichtlichen Grund nach rechts von der Fahrbahn abgekommen und ungebremst gegen einen Brückenpfeiler geprallt sei. Der Mann wurde dabei lebensgefährlich verletzt. Kurze Zeit später habe sich herausgestellt, dass es sich um den Tatverdächtigen handele.

Kornelia Schaaf

Ein Paar, das in direkter Nachbarschaft der Frau an der Wegmannstraße lebt, zeigte sich erschrocken über die Tat. Er habe mitbekommen, dass sich die beiden vor einigen Monaten getrennt hätten, sagt der Nachbar. „Das sind aber beide immer angenehme Menschen gewesen. Man weiß allerdings nicht, was manchmal im Kopf von jemandem vorgeht.“ Das Wichtigste sei, dass die Nachbarin den Angriff überlebe.

Das hoffen auch Kornelia und Dieter Schaaf, die zwei Häuser vom Tatort entfernt wohnen. „Da ist was ganz Böses passiert, habe ich gesagt, als ich den Krankenwagen und die Polizei gesehen habe“, sagt Kornelia Schaaf. Sie und ihr Mann hätten nie gedacht, dass es zu solch einer Tat in der ansonsten so ruhigen Wohngegend komme.

Von Ulrike Pflüger-Scherb

Fotos vom Unfallort

Schwerer Verkehrsunfall in Waldau

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.