Bode verdrängt Konkurrenten

Bus- und Bahntürenspezialist Bode legt stärker zu als der Markt

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Baustart für Erweiterung der Firma Bode: Diplom-Ingenieur René Cavalier, Kassels Baudezernent Christof Nolda (Grüne) und Dr. Ernst Raphael (von links).

Kassel. Wer in Deutschland, Europa und zunehmend auch auf anderen Kontinenten Bus und Bahn fährt, betritt und verlässt diese Verkehrsmittel sehr häufig durch Türen der Firma Bode aus Kassel.

Mit derzeit 610 Mitarbeitern am Firmensitz sowie weiteren 500 an den Auslandsstandorten Großbritannien, Polen, Türkei, USA, China und Korea produzieren die Kasseler Bus- und Bahntürenprofis hochwertige Systeme unter anderem für Hochgeschwindigkeits- und Regionalzüge, für Straßen-, U- und S-Bahnen sowie für Busse in aller Welt. Und das Geschäft brummt – vor allem außerhalb Europas. Nach Angaben des Sprechers der Geschäftsführung, Dr. Ernst Raphael, ist der Umsatz in den vergangenen vier Jahren um jeweils zehn Prozent gestiegen, weshalb Bode vor allem auch im Vertrieb wachsen will und muss. 2012 setzte allein der Kasseler Standort 125 Mio. Euro um. Aber das Wachstum ist nicht nur der guten Bahnkonjunktur in Übersee geschuldet. „Wir haben unseren Wettbewerbern Marktanteile abgenommen“, sagt Raphael stolz. Der Grund dafür: Bode ist zwar nicht der größte, wohl aber der feinste der Branche. „Wir sind Technologieführer und Trendsetter und wollen es auch bleiben“, betont der Geschäftsführer. Dazu müsse Bode in Innovation, Forschung und Entwicklung investieren. Vom neuen Technologiezentrum verspricht er sich auch einen weiteren wirtschaftlich Schub. „Bode. Die Tür“ – so werben die Kasseler selbstbewusst für ihre Produkte. Dahinter verbirgt sich, dass die beiden großen Mitbewerber – die zum Knorr-Konzern gehörende österreichische IFE sowie die französische Faiviley-Gruppe – nicht nur Türsysteme, sondern auch andere Produkte im Angebot haben. „Wir sind der Spezialist und werden es auch weiterhin sein“, sagt Raphael. Das Unternehmen in seiner heutigen Form gibt es seit 1968. Damals wurde es aus der Wegmann-Gruppe, dem heutigen Panzerbauer Krauss-Maffei Wegmann (KMW , Kassel / München), ausgliedert. Gesellschaftsrechtliche Verflechtungen gibt es aber keine. Nur der Name Bode erinnert an den Ursprung des Unternehmens. Er steht für die Kasseler Industriellenfamilie, die ihr Geld lange Zeit mit dem Waggonbau verdiente. Insofern hat Bode seine Wurzeln im Jahr 1882, als die „Casseler Waggonfabriken von Wegmann, Harkort & Co.“ gegründet wurden. Vor 18 Jahren übernahm die Münchner Schaltbau AG das Unternehmen.

Hintergrund: Aktienkurs legte um 140 Prozent zu

Seit 1995 gehört Bode zum Münchner Schaltbau-Konzern, der unter anderem Bahnübergangssysteme, Weichenheizungen, Achszähler für Weichen und Container-Bremsen sowie Steckverbindungen, Schnappschalter und Schütze für alle namhaften Bahntechnik-Produzenten herstellt. Der Konzern beschäftigt weltweit gut 2000 Mitarbeiter, setzte 2012 fast 363 Mio. Euro um und verdiente unterm Strich 22,2 Mio. Euro. Davon steuerte allein der Bode-Standort Kassel 8,6 Mio. Euro bei.

Die Schaltbau AG wird an der Börse gehandelt. Großaktionäre sind die Familien von Vorstandssprecher Jürgen Cammann (11,24 Prozent) und Aufsichtsratsvorsitzendem Hans-Jakob Zimmermann (10,12) sowie ein niederländischer Investor (5,24). 73,4 Prozent der Aktien befinden sich im Streubesitz. In den vergangenen drei Jahren schnellte der Aktienkurs um 140 Prozent auf aktuell fast 39 Euro nach oben. Allein in den vergangenen zwölf Monaten betrug das Kursplus fast 50 Prozent. (jop)

Von José Pinto

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