Börsen-Analyse: Wer auf heimische Unternehmen gesetzt hat, hat verloren

Kassel. Wer im zu Ende gehenden Jahr auf Aktien heimischer oder in der Region aktiver Unternehmen gesetzt hat, hat in den allermeisten Fällen einen Draufleger gemacht. Eine Analyse. 

Denn Papiere der Autobauer Volkswagen und Daimler, des Zulieferers Continental, des Niestetaler Solartechnik-Herstellers SMA sowie des Bahntechnikspezialisten Bombardier verloren zum Teil kräftig. Einzig die Anteilscheine der Mutter des Kasseler Öl- und Gasförderers Wintershall, der Ludwigshafener Chemieriesen BASF, sowie des Göttinger Biotechnologie-Anbieters Sartorius bescherten ihren Besitzern ordentliche Gewinne.

Die VW-Aktie, die im Zuge des Abgasskandals 2015 regelrecht abgestürzt war, trat in diesem Jahr praktisch auf der Stelle. Mit 133,75 Euro hatte sie 2015 abgeschlossen, gestern ging das Papier des Wolfsburger Autobauers, der in Baunatal gut 17 000 Mitarbeiter beschäftigt, bei 133,35 Euro aus dem Handel – ein Minus von 0,3 Prozent. Die Aktie des Stuttgarter Autobauers Daimler, der in Kassel 3100 Mitarbeiter in seinem zentralen Lkw-Achsenwerk beschäftigt, traf es wesentlich härter. Sie verlor binnen Jahresfrist gut 8,8 Prozent an Wert und notierte gestern bei 70,72 Euro.

Wenig Freude hatten auch die Aktionäre des Kasseler Kali- und Salzproduzenten K+S. Wegen der niedrigen Kalipreise und massiven Produktionskürzungen brachen die Erträge weg. Im Jahresvergleich verlor das Papier fast vier Prozent. Zur Erinnerung: Mitte 2015 notierte die Aktie zeitweise bei 40 Euro.

Die Anteilscheine des Reifenherstellers und Autozulieferers Continental mit Werken auch in Korbach, Northeim, Bebra, Hann.Münden und Oberweser (Kreis Kassel) verloren sogar 18,2 Prozent auf 183,70 Euro. Allerdings hatte das Papier 2015 um fast ein Drittel zugelegt.

Die rote Laterne aber trägt in diesem JahrSMA. Die Aktie büßte mehr als die Hälfte ihres Werts ein und ging gestern mit 25,11 Euro in die Neujahrspause. Die Bilanz der Mutter des Kasseler Bahn- und Bustüren-Herstellers Bode, die Münchner Schaltbau AG, fiel ähnlich negativ aus. Die Aktie verlor nahezu 40 Prozent auf 30,76 Euro. Auch der seit Jahren kriselnde Bombardier-Konzern, der in seinem Kasseler Werk 770 Mitarbeiter beschäftigt, musste kräftig Federn lassen: Der Kurs sank um gut 46 Prozent auf 1,53 Euro.

Dagegen konnte Panzerbauer Rheinmetall, der in seinem Kasseler Werk 800 Menschen beschäftigt, etwas Boden gut machen. Der Kursgewinn liegt bei fast vier Prozent auf 63,90 Euro. Mit einem Miniplus von 1,8 Prozent auf 282 Euro beschloss die Aktie des Einbecker Saatzucht-Produzenten KWSdas Jahr. Besondere Freude hatten die BASF-Aktionäre. Die Titel legten um fast ein Viertel auf 88,31 Euro zu, und auch das Papier von Sartoriusgehört mit einem Plus von 17,3 Prozent auf 70,50 Euro zu den großen Gewinnern.

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