Von Bombardier ins Technikmuseum: Sonntag letzte Fahrt der Henschel-Lok

100 Tonnen schwer und 69 Jahre alt: Die Henschel-Lok der Baureihe 44 rollt am Sonntag auf einem Tieflader durch Rothenditmold. Ziel ist das Technikmuseum. Foto:  Scott / nh

Kassel. Das Technikmuseum an der Wolfhager Straße in Rothenditmold bekommt am Sonntag einen spektakulären Neuzugang. Die Firma Bombardier spendet dem Verein, der das Museum betreibt, eine knapp 100 Tonnen schwere Henschel-Lok aus dem Jahr 1942.

Die stand viele Jahre auf dem Gelände des Industrieparks Mittelfeld, einem ehemaligen Henschel-Standort. „Wir sind überglücklich, dass wir unseren Besuchern diese Attraktion bieten können“, sagt Bernd Scott vom Vorstand des Technikmuseums. Er rechnet damit, dass bereits der ungewöhnliche Transport von zahlreichen Schaulustigen am Straßenrand beobachtet wird.

Start um zehn Uhr

Um zehn Uhr am Sonntagmorgen geht es los. Die Lokomotive der Baureihe 44 ist 23 Meter lang und wird von einem Spezialfahrzeug der Firma Schenker transportiert. Der Tieflader hat 14 Achsen, 122 Räder und wird von zwei Zugmaschinen mit jeweils 680 PS bewegt.

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Für die fünf Kilometer lange Strecke vom Werk Mittelfeld über den Struthbachweg, die Wiener, die Hersfelder, die Witzenhäuser und die Wolfhager Straße wird der Transport eine gute Stunde brauchen. Dabei sind kurze Pausen für Fotos eingeplant. Die Route ist für den übrigen Verkehr gesperrt. Polizei und THW sorgen dafür, dass die Strecke frei ist. Damit es keine unangenehmen Überraschungen gibt, hat das Kasseler Vermessungsbüro Brauroth jede Kurve und jede Steigung überprüft.

„Wir freuen uns, dass die Lok künftig in einem Umfeld zu sehen sein wird, das an die Geschichte der Firma Henschel und des Lokbaus erinnert“, sagt Steffen Riepe, General Manager des Bombardier-Standortes Kassel.

Mit dem Technikmuseum und dem benachbarten Henschel-Museum bieten sich dafür beste Voraussetzungen. Die Lokomotive soll in dem neu erschlossenen Außenbereich ein Publikumsmagnet werden. „Durch die Erweiterung können wir jetzt auch sehr große Exponate zeigen“, sagt Ewald Griesel, Vorsitzender des Technikmuseums.

Ab 11.15 Uhr am Sonntag können sich die Besucher ein Bild davon machen. Dann sollte der Schwertransport mit der Henschel-Lok an der Wolfhager Straße 109 angekommen sein. Dort legt er einen halbstündigen Foto-Stopp ein. Um 11.45 Uhr rollt er dann auf den Vorplatz des Museums. Hier soll die Lok, die Güterzüge bis zu 1200 Tonnen Gewicht gezogen hat, einen dauerhaften Standplatz bekommen.

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