Auch Flohmarkt fällt aus

Weltkriegsbomben: Wehlheider Kirmes in diesem Jahr nicht auf Stockplatz

Kassel. Weil im Erdreich des Georg-Stock-Platzes in Wehlheiden Bomben aus dem Zweiten Weltkrieg schlummern könnten, wird dort in diesem Jahr die Wehlheider Kirmes nicht gefeiert werden können. Die Stadt teilte am Mittwochnachmittag mit, dass der Platz jetzt aus Sicherheitsgründen gesperrt ist.

Es bestehe die Gefahr, dass mögliche Kampfmittel im Erdreich durch die Erschütterungen der schweren Lkw und Fahrgeschäfte ausgelöst werden könnten.

Aktaulsisiert um 18 Uhr

Oberbürgermeister Bertram Hilgen und Bürgermeister Jürgen Kaiser haben Vertreter der Kirmesgemeinschaft der Turngemeinde Wehlheiden über die Situation informiert und diesen zugesagt, die Kirmesgemeinschaft bei der Umorganisation des Volksfestes, das Mitte August stattfindet, zu unterstützen. Einig sei man sich, dass die Sicherheit an dieser Stelle absoluten Vorrang habe. Der Kampfmittelräumdienst, der beim Regierungspräsidium Darmstadt angesiedelt ist, habe der Stadt jetzt empfohlen, den Stock-Platz auf Kriegswaffen untersuchen zu lassen, sagt Kaiser.

Der Platz war vor dem Krieg bebaut. Luftbilder zeigten, dass die Häuser bei Bombenangriffen getroffen worden waren. Nach dem Krieg wurden die Häuser abgerissen und der Platz mit Trümmerschutt aufgefüllt. Man müsse daher grundsätzlich davon ausgehen, dass dort Kampfmittel vorhanden seien. 

Lexikonwissen:

Die Wehlheider Kirmes im Regiowiki

Anlass für die Untersuchung des Erdreiches auf Kampfmittel sei der Wunsch des Ortsbeirates Wehlheiden, zwei Stützmauern am Stock-Platz zu sanieren und eine Treppe vom Platz zur Schönfelder Straße zu bauen. Bei Bauarbeiten im Erdreich, wie bei der Sanierung der Mauern erforderlich, würde ohnehin eine Kampfmitteluntersuchung erfolgen. In diesem Zusammenhang warf der Ortsbeirat die Frage auf, inwieweit sich die Nutzung als Festplatz mit schweren Fahrgeschäften auf Kampfmittel unter dem Platz auswirken könnte und ob man nicht den gesamten Platz untersuchen könne.

Von der Sperrung ist auch der Flohmarkt betroffen, der ab sofort nicht mehr stattfinden wird. Der Flohmarktbetreiber sei von der Stadt ebenfalls informiert worden. Der 3000 Quadratmeter große Georg-Stock-Platz soll nun von einer Fachfirma untersucht werden. Erst wenn die Ergebnisse dieser Untersuchung vorlägen, könne über das weitere Vorgehen entschieden werden. (use)

Interview bei Radio HNA: Der Pressesprecher der Stadt, Ingo Happel-Emrich, zum Georg-Stock-Platz

Rubriklistenbild: © Archivbild: malmus

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