Vorweihnachtsstress: Zum Grübeln keine Zeit

Nach Bombenalarm und Erpressung gegen DHL: Wie geht Kasseler Post damit um?

+
Viel Arbeit: Rund 500 Pakete pro Tag gehen derzeit über den Tresen von Emre Duran (links) und Ishak Sales im DHL Paketshop an der Frankfurter Straße 230. 

Kassel Nach den Erpressungsversuchen gegen die Post und ihre Tochter DHL mit Polenböllern in Potsdam und einer Wurfgranate in Erfurt haben wir uns in Kassel umgehört.

Wieder ein DHL-Paket mit explosivem Inhalt. Wohl eine Wurfgranate kam am Montag in der Thüringer Staatskanzlei in Erfurt an.

Ein Paket mit Nägeln und sogenannten Polenböllern hatte bereits am Freitag Bombenalarm auf dem Weihnachtsmarkt in Potsdam ausgelöst.

Nach den Ermittlungen handelt es sich um Erpressungsversuche gegen Deutsche Post und Tochter DHL. Wie gehen die Beschäftigten von Post und DHL in Kassel damit um? Haben sie Sorge, dass in ihrem Shop oder in ihrer Filiale ebenfalls eine Paketbombe auftauchen könnte, sie explosives Material in den eigenen Händen halten könnten?

„Nein, darüber mache ich mir keine Gedanken“, sagt Emre Duran vom DHL Paketshop an der Frankfurter Straße. Er habe gar keine Zeit, sich damit zu beschäftigen. Das Weihnachtsgeschäft brumme. Derzeit seien es rund 500 Pakete, die täglich in der Filiale ankommen oder von hier auf den Weg geschickt würden.

„Wenn ich Mitarbeiter wäre, dann wäre mir das schon etwas mulmig“, sagt eine Kundin, die das Gespräch über mögliche explosive Paketinhalte verfolgt hat. Für ihn sei die DHL-Erpressung kein Thema, betont Emre Duran. Nur ein Kunde habe es erwähnt und mit Humor genommen. Da sei doch hoffentlich keine Bombe drin, habe er ihn beim Empfang eines Pakets gefragt, berichtet Duran.

Vorweihnachtsstress: Lange Schlangen bei Post

Lange Schlangen vor den Schaltern, volle Paketwagen, immer neue Anlieferungen und Abholungen: Mitarbeiter in den Post- und DHL-Shops befinden sich mitten im Vorweihnachtsstress. Auf Anfrage, ob sie jetzt mit Paketen anders umgehen, winken sie ab. Zum Grübeln bleibe ihnen keine Zeit. Zum Plaudern übrigens angesichts der vielen Kunden ebenfalls nicht.

Die Hinweise der Sicherheitsexperten, bei seltsam anmutenden Paketen – etwa wenn der Absender fehle oder nicht richtig zuzuordnen sei – vorsichtig zu sein, helfen den Paketzustellern im Weihnachtsgeschäft nicht wirklich weiter. Würden sie sich daran halten, würden viele Menschen vergeblich auf ihr Weihnachtspäckchen warten. Und das, obwohl der Streik gerade beendet ist.

Nach Streik bei DHL: Verdi fragt Mitglieder

Donnerstag wurde bei DHL in Kassel noch gestreikt. Freitag konnte in der dritten Verhandlungsrunde für die Beschäftigten des privaten Transport- und Verkehrsgewerbes ein Ergebnis erzielt werden. Laut Verdi Hessen werden nun die Gewerkschaftsmitglieder bis 15. Dezember befragt, ob das Ergebnis angenommen werden soll. Nach dem Angebot soll ab 1. Januar 2018 eine Erhöhung der Löhne und Gehälter um 3,0 % erfolgen, ab 2019 eine weitere um 2,5 %. Ausbildungsvergütung und Weihnachtsgeld werden ebenfalls erhöht. Verdi hatte ursprünglich 6,5 Prozent mehr und ein 13. Monatsgehalt gefordert.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.