50-jähriger Stalker gestand die Tat

Rathaus-Räumung wegen Bombendrohung: Ex wollte Ehe verhindern

Kassel. Die Geschichte erinnert an einen schlechten Liebesfilm: Ein 50-jähriger Mann aus Kassel ist dafür verantwortlich, dass vergangene Woche Dienstag, 18. Oktober, das Kasseler Rathaus evakuiert werden musste.

350 Menschen mussten das Gebäude in der Innenstadt verlassen, die Behörde war zwei Stunden lang geschlossen. Der Mann hatte am Telefon damit gedroht, dass im Rathaus eine Bombe hochgeht.

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Mit dieser Bombendrohung wollte der Mann offenbar verhindern, dass seine Exfreundin einen anderen Mann im Standesamt heiratet. Nach Angaben von Polizeisprecher Wolfgang Jungnitsch war der 50-Jährige, der vorläufig festgenommen worden ist, schnell in den Fokus der Beamten der Kasseler Kripo geraten. „Nach ihren Ermittlungen waren sich die Fahnder jetzt sicher, den Verdächtigen überführen zu können.

Nach anfänglichem Leugnen gestand der 50-Jährige nun in der Vernehmung beim K11, am 18. Oktober bei zwei Telefonanrufen im Rathaus mit einer dort versteckten Bombe gedroht zu haben. Als Motiv gab der 50-Jährige in seiner Vernehmung an, mit seiner Bombendrohung und der erhofften Räumung des Rathauses die Eheschließung seiner Ex-Freundin mit einem anderen Mann verhindern zu können.

Bilder der Räumung

Rathaus Kassel nach Bombendrohung evakuiert

Laut Jungnitsch war der Frau in der Nacht vor der Eheschließung außerdem das Ventil eines Reifens an ihrem Auto zerstört worden. An dem in der Nähe stehenden Wagen der Schwiegertochter hatte man sämtliche Scheiben zerkratzt. Einige Tage später geschah das gleiche am Fahrzeug der frischgebackenen Ehefrau. Diese Sachbeschädigungen will der Tatverdächtige aber nicht begangen haben. Möglicherweise aus Angst, den Schaden bei einem Geständnis bezahlen zu müssen.

Mit finanziellen Forderungen wird sich der geständige Tatverdächtige aber dennoch voraussichtlich auseinandersetzen müssen. Die Polizei wird prüfen, ob dem 50-Jährigen die kompletten Einsatzmaßnahmen, die er ja bewusst und gewollt ausgelöst hat, in Rechnung gestellt werden können.

In einem Strafverfahren muss sich der geständige Tatverdächtige wegen der „Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung einer Straftat“ und dem Verdacht der Sachbeschädigung verantworten.

Die Eheschließung konnte der Mann übrigens mit seiner Bombendrohung nicht mehr verhindern. Als geräumt wurde, verließen seine Ex und ihr Partner das Rathaus bereits als Ehepaar. (use)

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