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Wir erinnern uns: Zeitzeugen berichten, wie sie die Kasseler Bombennacht erlebten

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Von: Thomas Siemon

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Waltraut Fuhrmann, Jahrgang 1930, Ursula Schultz, Jahrgang 1923, Heinrich Kurth, Jahrgang 1928, Hansgeorg Kling, Jahrgang 1937, Werner Sommer, Jahrgang 1928, Helga Ries, Jahrgang 1935 (v. li.) erlebten die Bombennacht mit.
Waltraut Fuhrmann, Jahrgang 1930, Ursula Schultz, Jahrgang 1923, Heinrich Kurth, Jahrgang 1928, Hansgeorg Kling, Jahrgang 1937, Werner Sommer, Jahrgang 1928, Helga Ries, Jahrgang 1935 (v. li.) erlebten die Bombennacht mit. © Thomas Siemon

Kassel. Die Kasseler Bombennacht vom 22. Oktober 1943 war so furchtbar, dass sie sich im wahrsten Sinne des Wortes in das Gedächtnis eingebrannt hat.

Vom heute knapp 80-Jährigen, der das Inferno als vierjähriger Junge mitbekommen hat, bis zur fast 100-Jährigen, die damals schon eine junge Erwachsene war, haben sich nach einem Aufruf in der HNA über 150 Menschen gemeldet.

Aus ihren Erinnerungen setzt sich ein vielschichtiges Bild der flächendeckenden Zerstörung und des Feuersturms zusammen. Darüber werden wir in einer Serie berichten. Nur zur Erinnerung: Der Grad der Zerstörung in Kassel war ebenso groß wie der bei der Bombardierung Dresdens.

Der 22. Oktober 1943, ein Freitag, war ein außergewöhnlich schöner und warmer Herbsttag. Zeitzeuginnen berichten, dass sie ihr Sommerkleid noch einmal angezogen hätten. Am Abend dann heulten die Sirenen. Mal wieder, viele hatten sich daran wohl oder übel schon gewöhnt. Wer bei dem Großangriff vom 3. Oktober dabei war, hatte bereits eine Vorstellung von der enorm gewachsenen Zerstörungskraft der britischen und amerikanischen Flieger.

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Einen kleinen Koffer mit den wichtigsten Sachen habe man immer griffbereit gehabt, erinnern sich die Zeitzeugen. Deshalb sind auch noch einige Fotos aus dieser Zeit gerettet worden.

Von einer trügerischen Ruhe nach dem Bombenalarm am Abend berichten die Menschen. Der riesige Schwarm der Bomber hatte einen Scheinangriff auf Frankfurt geflogen. Dann bogen sie Richtung Kassel ab. Um 20.21 Uhr fielen die ersten Bomben.

Wie so oft zuvor suchten die Menschen Schutz in Bunkern und Kellern. Doch spätestens als die Mischung aus Spreng- und Brandbomben einen Feuersturm in der Fachwerkstadt ausgelöst hatte, wurden die Luftschutzkeller zur tödlichen Falle mit zu wenig Sauerstoff und zu viel Rauch.

Flucht durch das Flammenmeer

Die Flucht ins Freie durch das Flammenmeer und an einstürzenden Häusern vorbei hat viele gerettet. Manche haben bislang nur im engsten Familienkreis darüber geredet, andere gar nicht. 75 Jahre später wollen sie die Gelegenheit nutzen. „Damit alle wissen, wie furchtbar Krieg ist“, hat eine Zeitzeugin gesagt. 

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