Bombensuche in der Fulda: Panzermine flog in die Luft

Kassel. Die Suche nach einer vermuteten Phosphorbombe in der Fulda war am Donnerstag erfolglos. Stattdessen fanden die Munitionstaucher eine Panzermine aus dem Zweiten Weltkrieg.

Ein Transport des Sprengkörpers, dessen Zündung marode war, wäre nach Einschätzung des Kampfmittelräumdiensts zu gefährlich gewesen. Deshalb wurde die Mine kontrolliert gesprengt.

Bei der Unterwassersprenung, die reibungslos verlief, entstand eine etwa zehn Meter hohe Fontäne im Bereich des Ufers unterhalb der Schwimmbadbrücke. Die Fuldapromenade war für die Aktion kurzzeitig gesperrt, der Autoverkehr war nicht betroffen.

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Eine unmittelbare Gefahr sei nicht von der seit Jahrzehnten im Wasser versenkten Mine ausgegangen, sagte Dieter Schwetzler vom Kampfmittelräumdienst des Landes Hessen. Allein durch den Bootsverkehr hätte der Sechs-Kilogramm-Sprengkörper nicht ausgelöst werden können. „Ohne massive Einwirkung von außen hätte nichts passieren können.“

Weil die Fulda an der Fundstelle 3,50 Meter tief sei, sei auch ausgeschlossen, dass Wassersportler mit Rudern oder Ähnlichem die Mine hätten treffen können. Allerdings verliere der Sprengstoff auch nach so langer Zeit nichts von seiner Wirkung, erklärt Schwetzler. Eine solche für die Zerstörung von Panzern ausgelegte Mine könne bei einer unkontrollierten Detonation Menschenleben kosten.

Bilder von der Bombensuche

Bombensuche in der Fulda

Bei dem Sprengkörper handelte es sich nach Angaben des Kampfmittel-Experten um eine deutsche Panzermine, die vermutlich in der Fulda entsorgt wurde. Eigentlich hatten die Taucher nach einer Phosphorbombe gesucht, die höchstwahrscheinlich Ursache für am Wochenende aufsteigende Blasen in der Fulda war. Die vermutete britische Brandbombe konnten sie trotz mehrstündiger Suche nicht finden.

Jetzt soll der Fuldabereich nahe des Motor-Yacht-Clubs und des CSK/Restaurant Riverside noch in diesem Sommer großflächig mit speziellen Sondierungsgeräten untersucht werden. Bereits im vorigen August war dort eine Phosphorbombe geborgen worden. Weil es sich um ein im Krieg stark bombardiertes Gebiet handelt, rechnen die Experten damit, dass dort weitere Blindgänger liegen.

Die halbseitige Sperrung der Fulda ist wieder aufgehoben. Da keine Blasen mehr aufsteigen, bestehe keine Gefahr mehr für Wassersportler. Möglicherweise ist das Phospor komplett aus der alten Bombe entwichen. (rud)

Rubriklistenbild: © Malmus

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