In der Karlsaue und im Bergpark ist der Kampfmittelräumdienst wieder im Einsatz

Bombensucher finden in Karlsaue auch 30 Kilo Kronkorken

Bei der Arbeit: Toscardt Schulz, Marko Bechtloff und Lothar Rudolph (von links) von der Kampfmittelbergung HM-K auf der Wiese vor dem Ehrenmal in der Aue.
+
Bei der Arbeit: Toscardt Schulz, Marko Bechtloff und Lothar Rudolph (von links) von der Kampfmittelbergung HM-K auf der Wiese vor dem Ehrenmal in der Aue.

Kassel – Der Boden hat viele Geschichten zu erzählen. So ist es auch bei der im Volksmund als „Kifferwiese“ bezeichneten Grünfläche vor dem Ehrenmal in der Karlsaue. Dort haben Experten des Berliner Kampfmittelräumdienstes HM-K die Suche nach Blindgängern im Auftrag der Museumslandschaft Hessen-Kassel (MHK) nach der Corona-Pause wieder aufgenommen. Gefunden haben sie bislang vor allem eins: Kronkorken. Ganze 30 Kilo kamen in einer Woche bereits zusammen.

Wo sich rund um den Penone-Baum sonst viele Jugendliche in der Sonne rekeln, sind derzeit Lothar Rudolph und seine Kollegen mit Metalsuchgeräten und Spaten unterwegs. Auf Bomben sind sie bislang nicht gestoßen. Neben den Kronkorken haben sie vor allem Schrott ausgebuddelt. Kein Wunder: Nach dem Krieg wurde der Schutt aus der Innenstadt an die Schöne Aussicht befördert. So besteht der benachbarte Rosenhang zu großen Teilen aus den Überresten der Innenstadt – darunter dürften auch viel metallhaltige Teile sein.

Bei der Suche mit den Metalldetektoren würden vor allem kleinere Gegenstände aus Kupfer oder anderen Metallen entdeckt, so Alexander Majunke vom Kampfmittelräumdienst des Landes Hessen am RP Darmstadt. Majunke koordiniert die Arbeiten, die neben der Karlsaue auch im Bergpark laufen.

„Allein für die Wiese vor dem Ehrenmal haben wir aber auch etwa zehn Verdachtsstellen ausgemacht, wo wir größere Funde vermuten“, so Majunke. Für die Suche nach eisenhaltigen Körpern – wie etwa Bomben – sei das ferromagnetische Verfahren besonders effektiv. Deshalb wird in einem zweiten Schritt mit speziellen Sonden nach Eisen im Boden gesucht.

Um die größeren Funde zu bergen, kommen dann auch Minibagger zum Einsatz. Während die Suche in der Karlsaue, die sich unter anderem auch auf die Insel Siebenbergen erstrecken soll, seit der Wiederaufnahme der Arbeiten nichts Gefährliches zutage förderte, war dies im Bergpark anders. „Dort haben wir drei Stabbrandbomben und Leitwerke von Bomben gefunden. Alle sind britischen Fabrikats“, so Majunke.

Im Bergpark wird im Bereich des Schlangenweges gesucht, der den Herkules mit dem Kaskadenrestaurant verbindet. Zudem wird die Straße unter die Lupe genommen, die vom Kaskadenrestaurant zum Steinhöfer Wasserfall führt.

Seit dem Jahr 2014 lässt die MHK die Karlsaue und den Bergpark systematisch nach Blindgängern untersuchen. Die aktuelle Suche soll zunächst bis zur Winterpause am 13. November laufen.

In den vergangenen beiden Jahren gab es jeweils einen größeren Bombenfund, der mit großräumigen Absperrungen verbunden war. (Bastian Ludwig)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.