Bonitäts-Rating von K+S gesenkt

Kassel. Die fallenden Preise am Markt für Kali-Düngemittel wirken sich nun auch negativ auf die Bonitätsnote des Kasseler Düngemittelspezialisten K+S aus. Die Ratingagentur Moody’s stufte das Unternehmen am späten Dienstagabend um zwei Stufen auf „Ba1“ herab – eine Bewertung, die nicht mehr zum Investmentsegment der Ratings zählt.

An der Börse gab der Kurs der K+S-Aktie bis 17.30 Uhr deutlich um 3,72 Prozent auf 20,04 Euro nach. Mit der schlechteren Bewertung drohen dem Salz- und Düngemittelhersteller nun höhere Finanzierungskosten für anstehende Projekte. Gestern gaben sich die Kasseler erst einmal selbstbewusst: K+S verfüge nach wie vor über Barmittel von rund 1,2 Milliarden Euro und auch die Kreditlinie von über einer Milliarde Euro sei bisher nicht angetastet worden, teilte Pressesprecher Michael Wudonig mit.

Auch sei eine höhere Verschuldung, die K+S wegen der kostspieligen Inbetriebnahme des Legacy-Projekts im kanadischen Saskatchewan anhäufen könnte, nur zeitlich begrenzt. Bereits im April hatte das Unternehmen darauf hingewiesen, dass die Investitionen für das neue Kaliwerk in Kanada höher ausfallen werden. Ursprünglich waren 3,25 Milliarden kanadische Dollar angesetzt, nun sollen es 4,1 Milliarden kan. Dollar sein. Das entspricht drei Milliarden Euro.

Zwar verschiebt sich die Inbetriebnahme der Mine um ein halbes Jahr auf den Sommer 2016, aber das Unternehmen geht unverändert davon aus, dass an dem neuen Standort Ende 2017 die Zwei-Millionen-Tonnen-Marke bei der Produktionskapazität erreicht wird. Anschließend soll der Ausbau schrittweise auf eine Jahreskapazität von 2,86 Mio. Tonnen Kaliprodukte gesteigert werden.

Positiv klingt hingegen der Ausblick von Moody’s. Die Agentur erwartet, dass K+S das Legacy Projekt erfolgreich vorfinanziert und hebt die starke Liquiditätslage hervor. Auch Wudonig betont, dass das Konzern mit einer leichten Abstufung gerechnet habe, langfristiges „Ziel war und ist es, ein Rating im Investment Grade-Bereich zu haben.“ Das heißt: Im oberen Bereich, um für Investoren interessant zu sein. Die Herabstufung kommt für K+S zur Unzeit: Im April die höheren Kosten bei der Erschließung der kanadischen Mine, dann der noch andauernde Produktionsausfall infolge des schweren Grubenunglücks in Unterbreizbach.

Und: Ende Juli kündigte der russische K+S-Konkurrent Uralkali das Exportkonsortium BPC mit dem weißrussischen Staatskonzern Belaruskali auf und erschütterte damit die gesamte Branche (siehe Text links). Bis dahin hatten das Exportbündniss BPC und das US-Pendant Canpotex die Preise auf einem hohen Niveau gehalten. Zwangsläufig müssen sich nun K+S und etliche Konkurrenten auf fallende Preise am Markt einstellen – derzeit werden die Preise von Spekulationen getrieben.

K+S reagiert darauf mit einem Sparpaket. Details sollen nächste Woche bei der Vorlage der Quartalszahlen bekannt gegeben werden. Nach unbestätigen Informationen könnte es sich dabei um einen dreistelligen Millionenbetrag handeln.

Von Martina Wewetzer

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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