Bio boomt: Gute Aussichten für Studenten der Ökologischen Agrarwissenschaften

Bio, Bio, Bio: Nach dem jüngsten Dioxin-Skandal boomt der Umsatz mit Öko-Produkten. Die Nachfrage übertrifft inzwischen das heimische Angebot, denn nur wenige Bauern haben ihre Landwirtschaft auf ökologische Bewirtschaftung umgestellt.

Das bedeutet gute Jobchancen für Studenten des Studiengangs Ökologische Agrarwissenschaften an der Universität Kassel-Witzenhausen. Im Sinne von Ökologie und nachhaltiger ländlicher Entwicklung werden Studenten dort ausgebildet – sowohl für den regionalen als auch für den internationalen Einsatz. Sie erlernen, was es heißt, einen Hof ökologisch zu bewirtschaften, wobei zum Beispiel die Größe des Stalles, die Auswahl der Futter-Lieferanten und die Freiflächen entscheidend sind. Die Tiere sollen artgerecht gehalten werden. Obst und Gemüse werden zudem ohne den Einsatz von Pestiziden und Kunstdüngern angebaut.

„Der Studiengang Ökologische Agrarwissenschaften ist sehr projekt- und anwendungsorientiert“, erklärt Prof. Dr. Maria Finckh vom Fachgebiet Ökologischer Pflanzenschutz an der Uni Kassel-Witzenhausen. Der Studiengang unterscheide sich von anderen Agrarwissenschaften durch den ganzheitlichen Blick, der während des Studiums vermittelt werden soll. Die Studenten erwerben zum einen Kenntnisse über Pflanzen, Boden und Tiere. Zum anderen befassen sie sich auch mit Inhalten der Ökonomie und der Sozialwissenschaften. Die soziokulturellen Eigenarten des ländlichen Raums und der bäuerlichen Kultur sollen einbezogen werden. Durch ihren besonderen Blick seien die in Witzenhausen ausgebildeten Landwirte daher vielseitig einsetzbar.

„Die Jobchancen für unsere Studenten sind sehr gut“, sagt Finckh, denn in der Bio-Branche gehe es seit rund zehn Jahren beständig aufwärts. Ein Trend, der sich in den Ökologischen Agrarwissenschaften in Witzenhausen durch gestiegene Anfängerzahlen bemerkbar macht.

Im Agrarsektor besteht laut Finckh insgesamt eine gute Nachfrage. Für diese Entwicklung sei unter anderem die BSE-Krise verantwortlich gewesen, die zu einem Umdenken vieler Verbraucher geführt hatten. Inzwischen sucht die Bio-Branche nach Fachleuten. Diese Entwicklung komme auch den Studenten an der Uni Kassel-Witzenhausen zugute. (yva)

Bio-Branche in Zahlen

In Deutschland gibt es nach Angaben der Zeitschrift „Schrot und Korn“ mehr als 22 000 zertifizierte Bio-Betriebe. Dazu zählen über 17 000 Bio-Bauernhöfe und fast 5000 Bäckereien, Metzgereien, Lebensmittelhersteller, Großküchen, Importeure und Großhändler. Hinzu kommen rund 2700 Naturkostfachgeschäfte und Bio-Märkte, 1500 Reformhäuser, die Hersteller von Naturkosmetik oder Öko-Textilien, Dienstleister und Verbände. Zusammen bieten diese Betriebe rund 130 000 Arbeitsplätze.

Kontakt und weitere Informationen: Studentensekretariat Witzenhausen, Tel. 055 42/98 12 15.

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