31 Stadtführer warten auf Gäste, die mehr als die üblichen Sehenswürdigkeiten wollen

Kassel-Greeter: Botschafter mit Charme

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Freundlicher Empfang: Heinz Fundner (vorn, von links), Margret Müller, Angelika Hüppe, Geschäftsführerin von Kassel Marketing, Renate Eberdt und weitere Greeter präsentierten in der Touristeninformation das Begrüßungsangebot. Foto:  Dilling

Kassel-Greeter (Kassel-Begrüßer) führen Neubürger auf individuelle Weise durch die Stadt und zeigen ihnen auch Dinge, die abseits der normalen Touristen-Besichtigungstouren liegen.

Wer nach Kassel zieht, sieht nicht sofort die Wunden, die der Bombenhagel des Zweiten Weltkriegs der Stadt geschlagen hat. „Das erschließt sich nicht auf den ersten Blick“, sagt Renate Eberdt. Die Lehrerin aus Harleshausen hat einem jungen Mann, der des neuen Jobs wegen in die Fuldastadt gezogen ist, beispielsweise die Reste der alten Stadtmauer gezeigt, aber auch das Open-Air-Kino im Dock 4 als Hinweis auf ein sommerliches Freizeitvergnügen. „Die Kasseler Geschichte ist mein Steckenpferd“, sagt Eberdt. Die Lehrerin gehört zu den ersten Kassel-Greeters. Diese Art der persönlichen Begrüßung hat sich von den USA aus weltweit verbreitet. Heinz Fundner hat die Initiative vor knapp einem Jahr nach Kassel gebracht.

Mittlerweile hat er einen Pool von 31 ehrenamtlichen Stadtführern aufgebaut, die häufig besondere Kenntnisse über ihre Stadtteile und dessen Bewohner einbringen. Ein Greeter kenne sich beispielsweise ausgezeichnet mit der Künstlernekropole im Habichtswald aus, berichtete Fundner. „Die Resonanz auf den Aufruf war riesengroß“, sagt er. Kassel-Greeters seien in acht Fremdsprachen bewandert. In Kürze würden sie eine 20-jährige Vietnamesin durch Kassel führen, die hier an der Uni studieren will. „Die junge Frau hat sich hilfesuchend an uns gewandt. Sie möchte gleich zwei Begrüßungstouren machen“, berichtet Fundner. Im Herbst hat eine Gruppe aus Schweden sich angesagt, die die Relikte vergangener documenta-Ausstellungen kennenlernen möchte.

Insgesamt ist die Nachfrage nach Greetern noch überschaubar. Mit ihrem Kooperationspartner Kassel-Marketing haben die Stadtführer daher ein Info-Faltblatt entwickelt, das für die Stadtführungen der persönlichen Art wirbt und an 4000 bis 5000 Kassel-Interessierte verschickt werden wird. Wer mit einem „Greet“ in Kassel begrüßt werden möchte, muss sich zwei Wochen vorher anmelden.

Info, Kontakt und Anmeldung: www.kasselgreeters.de 

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