Ministerpräsident informierte sich über Ausbildung

Bouffier zu Besuch in der Gefängnis-Backstube

Ein Herz für den Ministerpräsidenten: Ausbilder Rüdiger Waldmann (links) und zwei Inhaftierte ließen Volker Bouffier eine Sahnetorte anschneiden, die sie anlässlich seines Besuches in der JVA Kassel I gebacken hatten. Foto:  Zgoll

Kassel. 1600 bis 2000 Brötchen pro Tag und acht bis zehn Tonnen Brot im Monat werden in der Bäckerei der Justizvollzugsanstalt Kassel I gebacken. Und wie das genau funktioniert, davon machte sich jetzt auch Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier  ein Bild.

Die genaue Menge an Brötchen hänge immer von der Zahl der Inhaftierten in den fünf nordhessischen Gefängnissen ab, sagt Rüdiger Waldmann. Am Mittwochmittag empfingen der Bäckermeister und Ausbilder sowie seine Lehrlinge hohen Besuch in der Backstube hinter Gittern: Auf seiner zweitägigen Sommertour durch Hessen machte sich Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) auch ein Bild über die Ausbildung der Gefangenen in den beiden Justizvollzugsanstalten in Wehlheiden.

Für die Tour, die unter dem Motto „Hessen: Land des Lernens“ steht, hatte sich Bouffier außergewöhnliche Ausbildungsstätten ausgesucht. Die beiden Anstaltsleiter Jörg-Uwe Meister (JVA Kassel I) und Rudi Nebe (JVA Kassel II, Sozialtherapeutische Anstalt) führten den Ministerpräsidenten durch die Ausbildungsstätten und teilten nicht ohne Stolz mit, dass die Gefangenen, die eine Ausbildung bis zum Ende durchzögen, oft überdurchschnittliche Abschlüsse schafften. Allein in der Sozialtherapeutischen Anstalt, in der 95 Prozent Gewalt- beziehungsweise Sexualstraftäter inhaftiert sind, gibt es 100 Lehrstellen. Das größte Ausbildungszentrum im hessischen Justizvollzug, so Nebe.

„Wir fördern die schulische und berufliche Bildung unserer 4500 Gefangenen in den 16 hessischen Justizvollzugsanstalten mit 6,6 Millionen Euro im Jahr“, sagt René Brosius-Linke, Sprecher im Justizministerium. „Das ist viel Geld, aber gut investiertes Geld“, sagte Bouffier bei seinem Rundgang in Kassel, den er immer wieder dazu nutzte, mit den Inhaftierten zu sprechen.

„Ich wünsche Ihnen noch viel Erfolg und dass Sie einen guten Job finden“, sagte der Ministerpräsident zu einem Gefangenen, der eine Weiterbildung zum Metalltechniker macht und nach eigenen Angaben „maximal noch zwei Jahre“ im Gefängnis bleiben muss.

Fotos von dem Besuch

Ministerpräsident Volker Bouffier besucht JVA Wehlheiden

Ziel der Ausbildung in der Justizvollzugsanstalt sei es, dass die Inhaftierten nach der Verbüßung ihrer Strafe auf eigenen Beinen stehen könnten und straffrei blieben. Dazu gehöre auch, dass sie eine moderne und gute Berufsausbildung hätten, um in Freiheit einen Job finden zu können. Das Entscheidende im Strafvollzug sei schließlich, dass es keine weiteren Opfer gebe, sagte Bouffier, der von 1987 bis 1991 unter Ministerpräsident Walter Wallmann als Staatssekretär im Justizministerium für den Justizvollzug zuständig war.

Sein Besuch in den Kasseler Anstalten galt aber nicht nur den Gefangenen. Bouffier wollte auch seine Anerkennung und seinen Dank gegenüber den Ausbildern ausdrücken, die neben dem besonderen Sicherheitsaspekt den Häftlingen sowohl die praktische als auch theoretische Berufsschulausbildung hinter Gittern vermittelten. (use)

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