Hessens CDU-Chef

Bouffier fordert zur Kommunalwahl gute Listenplätze für den Nachwuchs

Volker Bouffier

Kassel / Obertshausen. Auf die Jugend und auf die Junge Union (JU) setzt Volker Bouffier zur Kommunalwahl am 6. März 2016. Als Vorsitzender der hessischen CDU setzt sich der Ministerpräsident dafür ein, „dass in ganz Hessen mindestens drei JU-Vorschläge unter den ersten zehn Plätzen auf den CDU-Kommunalwahllisten berücksichtigt werden“.

Mit dieser Aussage am vorigen Wochenende auf dem Landestag der Jungen Union in Obertshausen setzt Bouffier vor allem seine Parteifreundin Eva Kühne-Hörmann unter Druck.

Denn Kassels CDU-Parteivorsitzende und die Junge Union sind seit Langem zerstritten. Deutlich wird das an der öffentlichen Auseinandersetzung über die „Alles cool“-Kampagne. Nicht zum ersten Mal kritisierte die Kasseler JU, sie werde nur unzureichend berücksichtigt. Weil in der CDU eine Arbeitsgruppe für junge Leute gegründet wurde, fühlt sich der Nachwuchs sogar „gezielt ausgeschlossen“.

Martin Schröder, Vorsitzender der Jungen Union in Kassel, ist gespannt, inwiefern sich Kühne-Hörmann an Bouffiers Forderung gebunden fühlt. „Wir werden bei der Listenaufstellung daran erinnern“, sagte er. In anderen Kreisverbänden sei üblich, dass JU-Mitglieder gut positioniert werden, weiß Schröder aus seiner Tätigkeit im Landesvorstand.

Drei Plätze unter den ersten zehn nannte er „ideal“. Aber die JU sei auch mit weniger zufrieden, wenn sich die Liste wenigstens im Vergleich zur Kommunalwahl 2011 verbessere. Damals seien JUler unter „ferner liefen“ platziert gewesen, so Schröder. Das Ergebnis ist an der Zusammensetzung der CDU-Stadtverordnetenfraktion zu sehen. Mit 42 Jahren ist Marcus Leitschuh der Jungspund. Mitglieder der Jungen Union sucht man in der Fraktion vergeblich.

Eva Kühne-Hörmann

Auf Anfrage wollte Kühne-Hörmann auf Bouffiers Äußerungen zur Förderung der Jungen Union nicht näher eingehen. Die Listenaufstellung laufe „wie üblich“ nach einem „festen Verfahren“ laut Geschäftsordnung. Dazu werde derzeit intern diskutiert, die Parteigremien arbeiteten an Vorschlägen. „Und dann muss der Parteitag entscheiden“, sagte Kühne-Hörmann. Einen Termin für die Listenaufstellung nannte sie nicht.

Derlei Schwierigkeiten mit der Jungen Union kennt die CDU im Landkreis Kassel übrigens nicht. „Bei uns sind die jungen Leute immer eingebunden“, sagte Parteivorsitzender Frank Williges. JU-Vorstandsmitglieder seien Teil der Kreistagsfraktion und sollten es auch künftig sein.

Ob bei der Listenaufstellung voraussichtlich im Oktober drei JU-Mitglieder berücksichtigt werden könnten, sei nicht abzusehen, so Williges. Letztlich gehe es immer darum, mit der Liste „ein ausgewogenes Gesamtbild“ zu präsentieren. Maßgeblich dafür seien verschiedene Kriterien, nicht nur das Alter.

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