Auf Gelände des ehemaligen Güterbahnhofs

Brache wird entwickelt: Stadt will Bauland für Fraunhofer schaffen

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Viel Platz, aber kaum genutzt: Auf dem Areal des ehemaligen Güterbahnhofs mit dem Zollhaus soll Fraunhofer seine Neubauten errichten. Dafür sollen die bestehenden Gebäude weichen.

Kassel. Wo sich vergangenen Sommer noch die documenta-Gäste tummelten, soll bis 2017 ein Zentrum für die Entwicklung erneuerbarer Energien entstehen.

Auf der Nordseite des Hauptbahnhofs, die bislang weitestgehend brach liegt, wollen sich die Fraunhofer Institute IWES (Institut für Windenergie und Energiesystemtechnik) und IBP (Institut für Bauphysik) ansiedeln. Mit dem 100 Mio Euro teuren Neubau wollen die Institute näher zusammenrücken.

In einem ersten Schritt will die Stadt noch dieses Jahr 60.000 Quadratmeter des früheren Güterbahnhofsgeländes von der Bahn kaufen. Das Geschäft ist nicht ganz risikofrei. Denn die Stadt will sich dazu verpflichten, sich nach dem Abriss der Lagerhallen und des denkmalgeschützten Zollamts für die Entsorgung der Altlasten zu kümmern.

Bodenproben genommen

Eine stichprobenartige Untersuchung des Areals habe ergeben, dass nicht mit einer außergewöhnlichen Belastung des Bodens gerechnet werden muss, sagte Stadtbaurat Christof Nolda (Grüne). Aber Überraschungen seien nicht ausgeschlossen.

Nachdem das Gelände freigeräumt und mit Straßen und Versorgungsleitungen erschlossen ist, sollen 30.000 Quadratmeter an Fraunhofer verkauft werden.

Geplant sei, in einer ersten Baustufe bis 2017 etwa 60 Mio. Euro in Neubauten für 330 Arbeitsplätze zu investieren, teilt Uwe Krengel, Sprecher des IWES, mit. Mit der 40 Mio. Euro teuren zweiten Baustufe solle Platz für 500 Arbeitsplätze beim IWES (derzeit 350 Mitarbeiter) und 50 Arbeitsplätze beim IBP (derzeit 25 Mitarbeiter) geschaffen werden. Die Baukosten teilen sich Land und Bund.

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Auf den 28.000 Quadratmetern, die nach dem Verkauf an Fraunhofer im Eigentum der Stadt bleiben, sollen sich nach den Plänen im Rathaus weitere Institute und Firmen ansiedeln, die sich mit regenerativen Energien beschäftigen. Weiterer Bestandteil könne die Ansiedlung eines europäischen Labors zur Entwicklung intelligenter Stromnetze sein.

Um das Risiko zu minimieren, dass die Stadt nach einem Kaufvertrag mit der Bahn auf dem Gelände sitzen bleibt, soll dieser eng verzahnt werden mit dem Vertragsabschluss mit Fraunhofer, sagte Stadtkämmerer Jürgen Barthel. Auf Fraunhofer lasse sich aber vertrauen.

Von den neun Mio. Euro, die Kassel für die Entwicklung des Baulandes ausgeben muss, sollen 2,5 Mio. durch eine EU-Förderung abgedeckt werden. Das Geld sollte ursprünglich für das Salzmannprojekt fließen, es gebe aber Signale vom Land, dass diese Förderung umgewidmet werden kann.

Die drei Mio. Euro Kosten, die die Stadt vermutlich auch nach einem Verkauf der Bauplätze nicht wieder einnimmt, seien gut angelegt, sagte Oberbürgermeister Bertram Hilgen. Es gebe neue, hochwertige Arbeitsplätze und das Areal am Hauptbahnhof werde aufgewertet.

Von Bastian Ludwig

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