Brand in Maybachstraße: Zigarette löste Feuer aus

Hier brach das Feuer aus: Das Schlafzimmer in der Wohnung des Opfers wurde völlig zerstört. Foto:  Feuerwehr/nh

Kassel. Ein Sauerstofftank in Verbindung mit einer brennenden Zigarette hat wohl den Brand in der Wohnung eines Mehrfamilienhauses an der Maybachstraße 9 in Rothenditmold verursacht.

Lesen Sie auch:

- Nach Feuer mit Todesopfer: Bewohner hatten zuvor auf Brandgefahr hingewiesen

- Wohnhausbrand in Rothenditmold gelöscht - Feuerwehr findet Toten

Der 65-jährige Bewohner war dabei am Donnerstagnachmittag ums Leben gekommen. Den Obduktionsergebnissen zufolge starb der Mann an einer Rauchgasvergiftung.

Nach Angaben von Polizeisprecher Michael Lange war der 65-jährige Rollstuhlfahrer aufgrund einer Lungenerkrankung auf die ständige Versorgung mit Sauerstoff angewiesen war. „Aus diesem Grund musste er fast ununterbrochen eine Atemmaske tragen, die an einen Sauerstofftank angeschlossen war.“ Nach den Recherchen der Brandermittler hatte der 65-Jährige kurz vor dem Ausbruch des Feuers eine Zigarette geraucht. Offenbar bestehe ein Zusammenhang zwischen der gefährlichen Kombination des Rauchens in der Nähe des hochkonzentrierten Sauerstoffes und der Entstehung des Brandes. Eine technische Ursache, wie zum Beispiel Schäden an der Elektrik, schließe die Kripo weitestgehend aus.

Fotos: Wohnungsbrand in der Maybachstraße

Wohnungsbrand in der Maybachstraße

Die übrigen Bewohner des Hauses hatten sich rechtzeitig in Sicherheit bringen können und blieben unverletzt. Eine 87-jährige Mieterin war vorsorglich in ein Krankenhaus gebracht worden.

Die Ermittlungen der Kripo decken sich mit den Mutmaßungen der Nachbarn. Einige hatten am Donnerstagnachmittag noch an der Brandstelle erklärt, dass sie seit Langem mit solch einem Unglück gerechnet hätten. Es sei im Haus bekannt gewesen, dass der 65-Jährige in Nähe des flüssigen Sauerstoffes rauche. Zudem wurde erzählt, dass es bereits früher zu Unfällen mit brennenden Zigaretten in der Wohnung gekommen sei.

Ein Bewohner hatte erklärt, dass er sowohl den Pflegedienst des 65-Jährigen als auch den Vermieter auf diese Gefahr hingewiesen habe.

Das hat der Vermieter (Name der Redaktion bekannt) gestern gegenüber der HNA entschieden zurückgewiesen. Er habe erst am Donnerstagnachmittag erfahren, dass es bereits Unfälle durch brennende Zigaretten in der Wohnung des Mannes gegeben habe. „Wenn ich das gewusst hätte, hätte ich etwas unternommen“, sagt der Hauseigentümer.

Der Mann ist nicht nur vom Tod seines Mieters geschockt. Innerhalb von nicht mal vier Jahren ist sein Haus an der Maybachstraße zweimal durch Feuer zerstört worden. Im Januar 2008 hatte ein spielender Junge mit einem Feuerzeug ein Bett in Brand gesetzt. Damals entstand ein Schaden von 250 000 Euro, das Haus war laut Vermieter für ein Dreivierteljahr nicht bewohnbar. Der Schaden beim jüngsten Brand wird von der Kripo auf etwa 100 000 Euro geschätzt. Zumindest das Erdgeschoss ist noch bewohnbar.

Von Ulrike Pflüger-Scherb

Archivvideo: Feuerwehr findet Toten bei Einsatz in Kassel

Das könnte Sie auch interessieren

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.