Brandstifter muss für knapp fünf Jahre hinter Gitter

Kassel. Wegen schwerer Brandstiftung, versuchter schwerer räuberischer Erpressung sowie mehrfachen Betrugs und Diebstahls ist ein junger Mann am Montag zu einer Haftstrafe von vier Jahren und zehn Monaten verurteilt worden.

„Skrupellos“, „perfide“, „ein ganz übles Verbrechen“ - Richter Jürgen Stanoschek sparte am Montag nicht mit harten Worten für die Taten eines 23-Jährigen Kasselers. Der Angeklagte hatte schließlich noch eingeräumt, im Mai 2010 einen Brand in seiner ehemaligen Dachgeschosswohnung in einem Mehrfamilienhaus in Bettenhausen selbst gelegt zu haben. Er habe dazu rund einen halben Liter brennbarer Flüssigkeiten auf ein Sofa und nah einem Sessel verschüttet.

Über andere Bewohner keinen Kopf gemacht

„Ich wollte die Versicherung bescheißen“, sagte der junge Mann, der kurz vor dem Brand einen Vertrag über eine Hausratversicherung unterschrieben hatte. Über andere Bewohnern habe er sich „gar keinen Kopf gemacht“. Die anderen Delikte hatte er bereits zum Prozess-Auftakt aufgeräumt.

Darunter auch einen gescheiterten Überfall, bei dem er maskiert und mit einer Pistole in der Hand in einem Ahnataler Friseursalon nach Geld verlangt hatte. Die Friseurin hatte ihm damals eine Hand voll Münzen an den Kopf geworfen. „Sie sind zum Glück noch nicht der Gewalttäter, der der Frau an die Gurgel greift und dann selbst in die Kasse greift“, sagte der Richter.

Stanoschek machte klar, dass das späte komplette Geständnis die Kammer bewogen habe, von einer noch längeren Haftstrafe abzusehen. Man habe die Hoffnung, dass der noch sehr junge Angeklagte einen Schlussstrich ziehen wolle: „Sie sind an einem Scheideweg.“ Die Staatsanwaltschaft hatte fünf Jahre Haft gefordert, die Verteidigung „um viereinhalb Jahre.“ Das Urteil ist bereits rechtskräftig. (kaj)

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