In Kunst- und Kreativzentrum sollen im Herbst erste Flächen vermietet werden

Brandthaus kommt in Fahrt

Große Pläne für das Schillerviertel: Ralph Raabe (links) und Matthias Tunnemann wollen die frühere Textilfabrik Brandt an der Erzbergerstraße zum Zentrum für Künstler, Kulturschaffende und Firmengründer aus der kreativen Szene entwickeln. Foto:  Schachtschneider

Kassel. Die Pläne zur Umgestaltung der früheren Bekleidungswerke Brandt in ein Domizil für Künstler, Kulturschaffende und Gründer der Kreativszene nehmen Formen an: Nach Angaben der Initiatoren steht die Unterzeichnung eines Kaufvertrags über das 8000 Quadratmeter große Areal im Schillerviertel kurz bevor.

„Unser Ziel ist es, ab Herbst die Räume zu vermieten“, sagt Architekt Matthias Tunnemann (Büro Sprengwerk), der gemeinsam mit Szenegastronom Ralph Raabe (Lolita-Bar, ARM) das Gelände und den umliegenden, dahinschlummernden Stadtteil zum Kreativquartier entwickeln will.

Kunstsammler will einziehen

Mit dem Eigentümer, der Ahlers AG (Herford), sei man sich bis auf „letzte Absprachen“ einig, sagen sie. Seniorchef Jan A. Ahlers, mit seiner Stiftung „Pro Arte“ ein namhafter Sammler impressionistischer Kunst, hat sich laut Raabe und Tunnemann ausbedungen, im künftigen Kunst- und Kulturhaus eine Galeriefläche nutzen zu wollen.

Für weitere Bereiche in den Fabrikgebäuden stünden gut 20 Interessenten bereit, sagt Raabe. Modeschaffende wollten die eingerichtete Näherei nutzen, Künstler-Ateliers und ein Tonstudio mit offenen Übungsräumen seien geplant, Grafiker, Designer, Medienproduktionen sowie ein Stadtmagazin haben laut Raabe und Tunnemann weiterhin Interesse bekundet.

Auch Bereiche für neue Arbeitsformen sollen entstehen, etwa Mietwerkstätten und temporär nutzbare Schreibtische. Für Veranstaltungen aller Art sind ein großer Bühnenraum sowie eine Multifunktionshalle geplant. Zur gemeinsamen Infrastruktur des Brandthauses werden auch eine Kantine gehören sowie ein Laden, in dem die auf dem Gelände erzeugten Produkte angeboten werden können.

Belebt werden solle das Gelände durch einen Mix von Aktivitäten der Nutzer sowie von Angeboten der Betreiber-GmbH selbst, sagen Raabe und Tunnemann, die sich weniger als bauliche denn als inhaltliche Projektentwickler verstehen.

„Wir wollen nicht hochwertige Flächen schaffen und sie dann für teures Geld vermarkten“, sagt Matthias Tunnemann. Vielmehr solle sich jeder seinen Bereich nach Bedarf herrichten. Da das Viertel zum Fördergebiet „Soziale Stadt“ gehöre, könnten Gründer auch mit Anschub durch Fördergeld rechnen.

Neuer Förderverein

Auch um solche Quellen tiefer ausschöpfen zu können, wurde vor wenigen Tagen ein „Förderverein Brandthaus“ gegründet. Dieser sei zudem als Plattform gedacht, um die Entwicklung des Kreativzentrums auf lange Sicht inhaltlich zu begleiten, sagt Tunnemann.

Erklärtes Ziel der Brandthaus-Macher ist es, Kreative an die Stadt zu binden und sie gegebenenfalls zurückzuholen, falls sie sich bereits nach Berlin, Hamburg oder in andere Metropolen orientiert haben. „Wir wollen hier nicht nur ein Kasseler Süppchen kochen“, sagt Ralph Raabe: „Die Würze daran ist, dass wir immer auch Einflüsse von außen hereinholen werden.“

Kontakt: r.raabe bzw. m.tunnemann@brandthaus.net

Von Axel Schwarz

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